Chile und Argentinien - Süd

05.03.-09.03. Fin del Mundo

Der letzte "offizielle" Radeltag liegt vor mir. Das Wetter ist gut, es wird noch einmal Proviant von der Bäckerei besorgt, dann wieder in die Pedale getreten. Der letzte Anstieg zum Garibaldi Pass ist geschafft. Nach ein paar weiteren Kilometern tauchen hinter einer Kurve die Stadttore von Ushuaia auf. Ich fahre bis ins Zentrum und sehe das bekannte Schild, "Ushuaia, fin del mundo". Ich schieße das obligatorische Foto, suche mir ein Hostel. Am Abend treffe ich ein paar bekannte Radler und wir stoßen auf das erreichen des "Fin del Mundo" an. Zum Abschluss gibt's noch ein paar Tage im Nationalpark Tierra de Fuego und ein Foto an der Bahia Lapataia, dem endgültigen Ende des Weges nach Süden.

 

28.02.-05.03. Feuerland

Zwischen Punta Arenas und Porvenir pendelt eine Fähre über die Magellanstraße. Ich kaufe ein Ticket, zwei Stunden später betrete ich Feuerland, im Nieselregen. Plötzlich ist das Ende meiner Radtour sehr nahe. Ein großer Glasspliter zieht es jedoch noch etwas in die länge. Zum Glück finde ich jemanden der mir hilft den Schlitz im Mantel provisorisch zu versorgen. Mit Rückenwind geht's Richtung Grenze. Auf argentinischem Gebiet treffe ich wieder auf Asphalt und komme zügig voran. Zwischen mir und dem Ende der Reise liegen noch zwei Tagesetappen, Rio Grande und Tolhuin. Tolhuin ist traditionsreicher letzter Radlerstopp bevor es nach Ushuaia geht. Hier ist die Bäckerei "La Union", die südlichste Casa de Ciclistas. Nochmal Zeit für Dusche, Erfahrungsaustausch und Facturas.

 

19.02.-28.02. Torres del Paine bis Punta Arenas

Weiter durch unwirtliche und windige Pampalandschaft führt meine Route bis zum Nationalpark Torres del Paine. In den letzten Jahren hat der Touristenstrom hier immer mehr zugenommen. Im Gegensatz zum Fitz Roy Massiv, wo man kostenlos und völlig frei Wandern kann, wurde hier ein Buchungssystem für Wanderrouten und Zeltplätze eingeführt. Eigentlich auch in Ordnung, aber leider ist dies total unübersichtlich und in der Hauptsaison schon für Monate ausgebucht. So mache ich nur eine kleine Wanderung und Zelte außerhalb des Parks. Allerdings erwische ich den perfekten Tag für einen Besuch. Nachdem es am Vortag noch bewölkt war und nieselte ist heute strahlender Sonnenschein. Der Park ist enorm populär und stellenweise ziemlich überlaufen. So bin ich, trotz der wunderbaren Kulisse, froh wieder ins ruhigere Umland zu kommen. Über Puerto Natales geht's bis Punta Arenas, der südlichsten Großstadt der Welt.

 

15.02.-19.02. Perito Moreno Gletscher

Bei Nieselregen, aber erstaunlicher windstille, breche ich in die Patagonische Pampa auf. Ziel ist El Calafate, besser gesagt der Gletscher Perito Moreno, dem Star im Nationalpark Los Glaciares. Der Eintritt in den Park ist happig, wie so vieles hier in Patagonien. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gletschern wächst der Perito Moreno Gletscher. Über schlängelnde Pfade aus Stahl und Holz kann man den Gletscher aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Man nähert sich langsam einer mächtigen, 70 Meter hohen und 5 Kilometer breiten Eiswand. Immer wieder hört man das Grollen der Eisbrocken, die plötzlich und unerwartet mit einem tosenden Donnern ins Wasser krachen. Ein um's andere Mal versucht man verauszuahnen wo der nächste Eisblock ins Wasser fällt. Manchmal gelingt es, doch oft genug verpasst man dieses grandiose Schauspiel nur um Sekunden.

 

11.02.-15.02. El Chaltén

Nach drei Wochen erreiche ich Villa O’Higgins, das Ende der Carretera Austral. Um von hier weiterzukommen muss mal wieder ein Schiff genommen werden. Auf einem, hauptsächlich mit Backpackern vorgeladenem, klapprigen Schiffskutter geht's in 5 Stunden über den Lago O’Higgins nach Candelario Mancilla. Eigentlich nur einer Anlegestelle mit Grenzabfertigung. Der Übergang zum argentinischen Grenzposten am Lago Desierto hat's allerdings in sich. Die vielen Berichte von anderen Radlern waren nicht übertrieben. Sobald das argentinische Grenzschild erreicht ist ändert sich der Weg von passablem Kiesbelag zu übelster Waldpiste. Selbst zu Fuß wäre es schwierig. Der Pfad führt über Wurzeln, Baumstämme, Bäche, Schlamm, Hohlwege und enge Gassen. Wir beschweren uns gewaltig, aber wir haben es ja so gewollt. Gegen Abend erreichen wir entnervt den Lago Desierto, bekommen den argentinischen Stempel und schlagen unser Lager auf. Der nächste Tag lässt alle Mühen schnell vergessen. Bei schönstem Blick auf das Fitz-Roy-Massiv fahren wir, wieder mit dem Schiff, ans andere Ufer des Lago Desierto. Satteln unsere Räder und fahren nach El Chaltén, dem Trekking- und Wanderhotspot in Argentinien. Der Wetterbericht ist vielversprechend und so bieten sich auf meiner Zweitageswanderung wunderschöne Blicke.

 

22.01.-11.02. Carretera Austra

Die Carretera Austral ist wohl die bekannteste (Rad) Route in Südamerika. Von Puerto Montt nach Villa O’Higgins, 1350 Kilometer auf denen es so viel zu verpassen gibt. Ein Nationalpark folgt dem nächsten, herrliche Wanderungen, hängende Gletscher und einsame Bergseen, da muss man zwangsläufig das ein oder andere Geheimnis links liegen lassen. Die folgenden Wochen sind dementsprechend geprägt vom wechselhaften Wetter in Südchile, grünen Landschaften,  Urwäldern, wilden Flüssen, Gletschern, teils schlaglochgesättigten Schotterpisten, vielem Wildcampen und auch überfüllten Campingplätzen.

 

15.01.-22.01. Chiloé und das Ende der Panamericana

An den wichtigsten Städten der Region, Puerto Varas und Puerto Montt, vorbei, radel ich entlang der gut ausgebauten Straßen bis an die Küste. Ich will auf die Insel Chiloè. Die Pendelfähre bringt mich rüber. Ich merke schnell das die Insel für den gemeinen Radler eher mäßig geeignet ist. Die einzige Hauptstraße ist überwiegend stark befahren, hat kaum Seitenstreifen und jede Menge Lastwagen die es eilig haben. Den Versuch abseits der Straße zu fahren gebe ich schnell wieder auf. Meine Schotterpiste ist ein unverschämtes auf und ab das zum mühsamen Schieben zwingt. Immerhin wird's nach Castro, dem Hauptort des Archipels, etwas ruhiger. In Städtchen Quellón, dem südlichen Ende der Insel, buche mal wieder eine Fährfahrt. Diesmal nach Chaitén, zurück auf's Festland. Außer für Lachs ist Quellón auch noch dafür bekannt das hier offiziell die Panamericana endet. Obwohl ich es meist vermieden habe auf der Überlandstraße zu fahren, nehme ich doch etwas wehmütig Abschied. Immerhin war sie für viele Monate ein Orientierungspunkt der mich begleitete. Wer von hier weiter nach Süden will muss auf der Carretera Austral weiterfahren.

 

13.01.-15.01. Llanquihue-See und Vulkan Osorno

Die Seenregon war Hauptsiedlungsgebiet für deutsche Einwanderer um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Rund um den Llanquihue-See, ist der Einfluss der Siedler noch am stärksten bemerkbar. Nicht nur die Aussicht auf den Schneebedeckten Vulkan Osorno, sondern auch Straßen-/Hotelnamen, Bierfeste, und der allgegenwärtige "Kuchen" begleiten einen auf Schritt und Tritt.

 

10.01.-13.01. Ruta de los Siete Lagos

Meine Route führt bis Puerto Fuy. Hier schipper ich mit der Fähre über den Lago Pirihueico, um einen Schlenker durch die bekannte argentinische "Ruta de los Siete Lagos" zu machen. Die 110 km lange Strecke führt von San Martin de los Andes nach Villa La Angostura. Auf dem Weg treffe ich einen Radler mit dem ich bis zum Lago Hermoso fahre. Er kennt den Eigentümer des dortigen Campingplatzes und ich werde natürlich zum Campen eingeladen. Über den Paso Cardenal Samoré komme ich wieder zurück nach Chile. Die Passstraße führt durch großflächig abgestorbene Waldstücke. Später erfahre ich das der Ausbruch des  Vulkans Puyehue 2011 dafür verantwortlich ist.

 

03.01.-10.01. Lake District

Der erste Reiseabschnitt im neuen Jahr beginnt mit einer Nachtbusfahrt nach Temuco. Die Stecke bietet sich an um etwas abzukürzen. So kann ich mit etwas mehr Zeitpuffer weiterradeln und erreiche noch vor dem chilenischen Winter Feuerland. Von regnerischem Wetter begleitet nehme ich ab Temuco die Straße zum Conguillio Nationalpark. Die dichten Araukarien- und Südbuchenwäldern geben dem Park ein prähistorisches Flair und bieten viele Wandermöglichkeiten. Bei schönstem Wetter entscheide ich mich den Abstecher zum Sierra Nevada Trek zu machen. Die Runde mäandert durch lichte Araukarienwälder mit fesselnden Panoramablicken auf den Vulkan Llaima. Zurück am Rad geht's weiter durch die schöne Landschaft des chilenischen Seengebiets. Vorbei an zahlreichen Vulkanen, großen Seen und ausgedehnten Wäldern radel ich weiter. Leider ist die Gegend auch bekannt für ihre häufigen Regenschauer, die mich doch das ein oder andere mal durchnässen.

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Chile und Argentinien - Nord


16.12.-02.01. Valparaiso, Feiertage in Mendoza und zurück nach Chile
Von Valparaiso will ich per Rad über den Bermejo Pass nach Mendoza. Auf dem Weg liegt der Nationalpark "La Campana" und in der Nähe finde ich auch einen supernetten kleinen Campingplatz. Die Straße führt bis Rio Blanco nur mäßig bergauf, danach wird's steiler. Für diese Hauptverbindungsachse zwischen Chile und Argentinien hätte ich mit mehr Verkehr gerechnet. Es gibt einen Seitenstreifen oder zumindest eine breite Straße, ganz OK zu fahren. Die Überdachungen gegen Steinschlag kann man auf Schotter umfahren und die Sonne scheint auch. Soweit läuft alles gut. Ich erreiche den Abschnitt kurz vor Portillo. Hier wird eine Moränenhalde mit 29 Spitzkehren überwunden. Bis Kehre 14 radel ich zusammen mit den restlichen Verkehr souverän bergauf, dann höre ich ein leises "pffft". Auf einen Schlag ist die Luft aus dem Hinterrad. Ich fahre an die Seite und ziehe einen neuen Schlauch auf. Keine 20m später höre ich einen dumpfen Knall, die Luft ist schon wieder raus. Nach gründlicher Untersuchung des Reifens kommt der dritte Schlauch auf die Felge. Peng! Diesmal knallt der Schlauch schon beim Aufpumpen. Zusätzlich halte ich auf einmal eine gebrochene Hinterradachse in der Hand. Etwas konsterniert stehe ich neben meinem Rad. Na gut, Daumen raus und warten. Zum Glück fährt hier viel Schwerlastverkehr. Nach einiger Zeit hält ein LKW und ich kann die Reststrecke zum Pass und weiter bis nach Mendoza mitfahren. Der Fahrer lädt mich abends in einem Aussenbezirk ab. Gerade als ich mir überlege wo ich jetzt noch einen Schlafplatz finde hält ein Auto neben mir. Eine ältere Frau lehnt sich aus dem Fenster. "Es ist gefährlich hier", wie oft ich solche Warnungen schon gehört habe. Aber sie hätte ein freies Zimmer und bietet mir an eine Nacht zu bleiben. So findet der Tag doch noch einen versöhnlichen Ausgang. 
Die Weihnachstage werden zusammen mit neun andern Radlen gefeiert. Die meisten kennen sich aus Cusco. Wir haben eine großzügige Ferienwohnung, Dachterrasse und einen Kochplan für die nächsten drei Abende. Jeder ist froh mal ein paar ruhige Tage zu haben und sich, nach vollbrachter Kochleistung, zurücklehnen zu können. 
Am letzten Tag verabschieden wir uns voneinander, jeder fährt wieder in seine Richtung weiter. Ich nehme den Nachtbus zurück nach Chile. 


06.12.-16.12. Paso Agua Negra

Mit dem Nachtbus komme ich einigermaßen Ausgeschlafen in San Juan an und steige gleich wieder in den nächsten Bus, diesmal ins nicht so weite Jachal.

Ab hier geht's wieder per Rad weiter. Nach kurzem Aufenthalt in Rodeo und der "Cuesta del Viento", einem der besten Windsurfgebiete weit und breit, geht's weiter Richtung Pass. Hinter dem argentinischem Grenzposten fängt die Straße an monoton zu steigen. An einem neuen Asphaltbelag wird gerade gearbeitet. Ich fahre durch leichten Baustellverkehr und Schotterumgehungen. Es gibt immer wieder Regenschauer, so daß ich etwas früher als sonst, an einer schönen Stelle am Bach, Zelte. Der nächste Morgen verspricht gut zu werden, Sonnenschein. Es gibt kaum Verkehr, auf nagelneuer Asphaltschicht kurbel ich mich langsam nach oben. Natürlich wird diese bald von Schotter abgelöst. Die Straße windet sich hinauf bis zum zukünftigen Tunneldurchbruch, der Argentinien und Chile irgendwann verbinden soll. Ich muss noch höher hinauf. Die Steigung zieht sich in die Länge. Büßerschneefelder, eigenartig von Wind und Sonne geformt, werden häufiger. In der Zwischenzeit bin ich auf 4400m. Die Luft ist dünn, ich fange an den zermürbenden Anstieg hinauf zu schieben. Ich bin froh endlich den Pass auf 4750m zu erreichen. Es ist kalt, windig, schneit und die Dämmerung bricht schon an. Die Piste führt auf chilenischer Seite steil abwärts, meine Bremsen sind nicht mehr die besten. Holprige 1000m tiefer Stelle ich mein Zelt im Dunkeln an einem Bach auf. Eisig kalt und wunderschön zeigt sich nach dem aufstehen die bunte Vulkanlandschaft. Weiter abwärts komme ich durch die Einreisekontrolle. Im Gegenwind radel ich noch einige Kilometer, bevor ich den Tag beende. Durch das Elqui Tal fahre ich ins angenehme La Serena. Pausiere zwei Tage. Dann nehme ich den Bus nach Valparaiso um rechtzeitig zu Weihnachten in Mendoza zu sein. Zusammen mit ein paar anderen Radlern werde ich dort ein paar ruhige Feiertage verbringen. 


02.12.-06.12. Quebrada de Cafayate bis Tucuman

Nachdem ich Salta hinter mir gelassen habe wird der Verkehr ruhiger. Die Straße führt angenehm unspektakulär entlang kleiner Dörfchen und Felder. Das viele Grün und die kleinteilige Landschaft erinnert alles etwas an Deutschland. Passend dazu komme ich abends in Alemania an, das gar nicht so deutsch wirkt. Einem ausgestorbenen Fleckchen das seit der Stilllegung des Bahnverkehrs kaum noch Besucher bekommt. Jedoch einen guten Platz zum übernachten bietet.

Durch die wilde, in kräftigen Farben leuchtende Sandsteinlandschaft der Quebrada de Cafayate komme ich zum gleichnamigen Dorf Cafayate, dem zweitwichtigstem Zentrum für die Produktion hochwertiger Weine. 

Ich entscheide nach Tucuman zu fahren um von dort einen Bus nach San Juan zu nehmen. So ersetze ich die weniger reizvolle Teilstrecke nach Mendoza und fahre dafür über den Agua Negra Pass nach Chile. Davor geht es jedoch rauf auf 3042m, zum "El Infernillo" Pass. Von hier in einer herrlichen Abfahrt hinunter ins heiße Tucuman. Unterwegs feier ich mal wieder einen neuen "Tausender", den elften. 

 

24.11.-02.12. Hügel der sieben Farben 

Die ersten 40km Kilometer hinter dem Grenzposten ist wieder richtig fieser Wellblech-/Sand-/Schotterbelag. Dann wird der Belag etwas besser, dann wieder schlechter. Die Umgebung bietet mir nicht viel Abwechslung, die typische Puna-/Vulkanlandschaft. Beim letzten Anstieg vor San Antonio bekomme ich die Gelegenheit auf einem Pickup mitzufahren. In halsbrecherischer Fahrt rase ich auf der Ladefläche die letzten km bis zur Stadt. Pausentag. 

Den schnellen und direkten Weg nach Salta verkneif ich mir. Ich möchte über die Quebrada de Humahuaca nach Purmamarca und zum "Hügel der sieben Farben". Für diesen Umweg muss allerdings wieder eine fürchterliche Wellblechpiste in Angriff genommen werden. 60km später überquere ich den Salinas Grandes. Hier ist der Untergrund besser, dafür fällt einem die Orientierung schwer. Mein Nachtlager schlage ich auf der anderen Seite des Salzsees, zwischen einigen Büschen in den Dünen auf. 

Noch ein Stückchen Feldweg, dann erreiche ich endlich die Asphaltstrasse nach Purmamarca. Den Abra Potrerillos Pass (4170m) hinauf, dann geht es in einer schönen Abfahrt in die bunte Felslandschaft der Quebrada de Humahuaca hinein. Purmamarca erreiche ich am frühen Nachmittag, noch genügend Zeit um Dorf und den "Cerro de siete colores" zu bewundern. 

Nach einem letzten Anstieg führt die Straße bergab. Die Umgebung ändert sich langsam. Die karge Puno-/Vulkanlandschaft weicht einem üppigen Grün. Nach dem letzten Monaten in vorwiegend trockenem, steppenartigen, mit Sanddünen und Vulkankegeln durchsetzen Gegenden, ist es ein besonderer Genuss endlich mal wieder richtige Bäume in einer Wald- und Wiesenlandschaft zu sehen. Doch schon am nächsten Tag wäre ich um ein etwas trockeneres Klima dankbar. Ein heftiger Landregen begleitet mich, die ansonsten schönste Route seit langem, bis nach Salta. Zeit für Stadtbesichtigung, Radreparaturen und Facturas (Blätterteiggebäck) 


17.11.-24.11. Paso Sico

Nach ein paar erholsamen Tagen in San Pedro de Atacama werden die Taschen wieder geschnürt. Für die Weiterfahrt nach Salta gibt es 2 mögliche Pässe. Entweder über den gut ausgebauten Paso Jama oder über den wenig befahren Paso Sico. Die Abfahrt vom Paso Jama bin ich, nach der Lagunenroute, schon hinunter und alles wieder raufkurbeln kommt nicht in Frage. Also über den Paso Sico. Die ersten Kilometer sind die gut zu fahren, wenig Verkehr, guter Asphalt und flache Graslandschaft. Am Ende des Tages geht es dann steiler bergauf. Ich schlage mein Zelt kurz hinter Socaire, windgeschützt in einem kleinen Canyon, auf. Am folgenden Tag endet der Asphalt, eine Schotter-/Wellblechpiste führt jetzt weiter aufwärts. Goldgelbes Punagras bewächst die Hochfläche auf mittlerweile über 4000m. Hinter den Gesteinsformationen, die in sämtlichen Braun- und Ockertönen aus der Landschaft herauswachen, leuchtet die weisse Ebene des Salar Agua Calientes hervor. Hier finde ich ein phantastisches Zeltplätzchen. In der Ferne sind Flamingos zu erkennen, einige Lamas rennen davon. 

Vorbei an der türkisblauen Laguna Tuyaito schiebe/radel ich über die Sand- und Schotterpiste. Starker Seitenwind erschwert die Fahrt. Es folgen noch zwei Steilstücke bevor ich den ersten chilenischen Checkpoint erreiche. Nachdem ich durchgewunken werde bemerke ich einen guten Fahrbahnbelag aus gewalzter Erde. Eine lange Hangpassage bringt mich in eine eigenartige Mondlandschaft. Eine Landschaft aus Sand, Geröll und kleinen Vulkankegeln. Die gute Straße führt mich schnell Richtung Grenze. Hinter dem Grenzschild, auf argentinischer Seite, wird die Piste wieder miserabel. Die nächsten 11km bis zum Grenzposten sind ein Gelduldsspiel zwischen festfahren, absteigen, rausschieben, weiterfahren, festfahren. Immerhin bekomme ich abends am Grenzposten einen Platz im geräumigen Schlafsaal mit Bad und Küche. 

Bolivien

 

14.11.-17.11. Lagunenroute 2

Anderntags fahre/schiebe ich meine Fuhre an einem frostigen morgen entlang der Wellblechpiste. Die trockene, dünne Luft und ständige Sandkuhlen machen das weiterkommen kräftezehrend. Immerhin sind heute gleich zwei Highlights auf dem Zettel. Der "Arbol de Pietra" und die Laguna Colorada. Diese wollen sich aber auch erarbeitet werden. Der folgende Tag führt über wieder miese Sand-/Schotterwege zum höchsten Punkt der Route, auf 4950m. Den anschließenden Umweg zum höchsten Geysirfeld der Welt "Sol de Mañana" lasse ich mir jedoch nicht nehmen, bevor ich auf einigermaßen fahrbarer Piste, die Laguna Chalviri erreiche. Über surrealistische, ruhige Vulkanlandschaft schiebe ich am nächsten Morgen, die etwas bessere Piste, entlang. Kurz vor der Laguna Blanca springt mein Kilometerzähler auf die 10.000KM. Das wird groß mit Champagner... ne, n'kleines Büchsenbier, das ich mir noch vom Refugio mitgenommen hatte, muss reichen. Dafür gibt's am Ende des Tages einen windgeschützten Zeltplatz in einer Hausruine. Die letzten Kilometer zum Parkausgang kann ich fast ganz radeln. Es geht nochmal steil rauf bis zur Grenzstation und dann isses geschafft. Chile begrüßt mich mit einer feinen Asphaltstraße, die mich auf die 40km Abfahrt nach San Pedro de Atacama bringt. Dort treffe ich auch die anderen Radler aus Uyuni wieder und wir feiern noch ein wenig. Die gelungene Durchquerung der Lagunenroute, meine 10.000km und einen Geburtstag.


10.11.-14.11. Lagunenroute

Los geht's, zum schwersten was Lateinamerika dem Tourenradler zu bieten hat, über die Lagunenroute nach Chile. Meine Taschen prall gefüllt mit Proviant für die nächsten acht Tage fahre ich aus Uyuni hinaus. Die ersten zwei Tage sind einigermaßen gut zu fahren, dann kommt der Abzweig auf die Lagunenroute. Unmittelbar nach der Abzweigung verschlechtert sich der Weg enorm. Sand, Steinbrocken, Wellblech, bergauf. Schieben ist angesagt. Viele Tourenjeeps fahren an mir vorbei, wirbeln riesige Staubwolken auf, ich mache Platz. Gegen Mittag komme ich an die schöne Laguna Cañapa. Viele Flamingos sind dort auf Futtersuche. Ich fahre/schiebe weiter. Gegen Ende des Tages erreiche ich die nicht minder beeindruckende Laguna Hedionda. Im dortigen Refugio "Los Flamingos" bekomme ich einen Schlafplatz in der Abstellkammer, immerhin windstill. Um den gemeinen Winden zuvorzukommen breche ich schon kurz nach Sonnenaufgang auf. Es hat an die -8°C, die Piste ist wie am Vortag. Viele Steine, Sand, Wellblech, immer bergauf. An einigen Stellen würde man am liebsten sein Rad in hohem Bogen davonwerfen (https://youtu.be/mIW1MAvyPD4). Nach einem langen Tag, über weitere Lagunen, finde ich einen windgeschützten Zeltplatz am Fuße einiger Felsklippen

 

06.11.-10.11. Uyuni

Ich erreiche Uyuni und treffe alte Bekannte aus Cusco wieder. Alle wollen über die Lagunenroute weiter nach Chile radeln. Bevor es für mich jedoch weiter geht unternehme ich zuvor noch einen Tagesausflug nach Potosi. Schaue mir Stadt und die Mine des Cerro Rico an. Hier wird seit Jahrhunderten, unter ziemlich schlechten Bedingungen, Silber abgebaut. Laut Schätzungen sollen die Adern in 10 Jahren erschöpft sein. Bis dahin schuften hier noch tausende Mineros Tag für Tag um ihre Karren mit Erz zu füllen. Ich fülle meine Energiereserven mit einem weiteren "Verschnauftag" in Uyuni.

 

04.11.-06.11. Salar de Uyuni

Zu guter letzt radel ich auf dem Salar de Uyuni, dem größten Salzsee der Erde. Auf der ebenen Salzfläche scheint man auf der Stelle zu treten, nur mein Radcomputer sagt mir das ich vorankomme. Einige Kilometer auf meinem Radcomputer später sehe ich eine kleine Insel mitten auf dem Salar. Der perfekte Ort zum übernachten. Ich schlage mein Zelt auf, Koche etwas und erlebe einen atemberaubenden Sonnenuntergang. Ich lausche in die Dämmerung hinaus und höre... nichts. Kein Autolärm, kein rascheln des Windes, kein zirpen, summen oder brummen. Nur meine Schritte auf der knirschenden, endlos wirkenden Salzschicht. Es ist nicht kalt und so schaue ich noch lange in die klare Nacht hinaus. Am nächsten Tag radel ich zur nahen und touristischen Isla Incahuasi. Die ist so ziemlich das Gegenteil von meiner gestrigen Schlafstätte. Auf der Rückseite der Insel finde ich jedoch einen ruhigen Campingspot und lasse den Tag ausklingen. Nach, wieder spektakulärem, Sonnenaufgang führen mich die Jeepspuren weiter über den Salar.

 

02.11.-04.11. Salar de Coipasa

Entlang der Jeepspuren überquere ich den Salzsee. Versuche mich an Perspektivfotos und radeln mit geschlossenen Augen. Am anderen Ende des Sees führt eine, kaum zu fahrende, weiche Sandpiste zum nächsten Örtchen. Dort fülle ich meinen Proviant auf um am folgenden Tag weiter entlang der miesen Piste zu schieben.
 

31.10.-02.11. Zu den Salars

Ab Oruro radle ich weiter Richtung Salar de Coipasa. Der ist etwas kleiner und nicht ganz so bekannt wie der Salar de Uyuni.

 

26.10.-27.10. 6088m

Treffpunkt ist um 9:00 Uhr vor dem Agenturbüro. Mit einem Kleinbus geht's zum 1. Refugio am Fusse des Huayna Potosi. Nach dem Mittagessen, packen wir unsere Ausrüstung und wandern zum 2. Refugio auf ca. 5300m Höhe. Dort angekommen werden wir mit Kaffee, Tee und Gebäck versorgt. Bald darauf folgt ein frühes Abendessen, denn der Aufbruch ist gegen 12:00 Uhr Nachts. Um 18:00 Uhr liegen die meisten schon in der Falle und versuchen zu schlafen. Gerade als man eingeschlafen ist werden wir auch schon wieder geweckt. Nach einem kleinen Frühstück laufen die einzelnen Grüppchen etwas zeitversetzt los. Immer ein Führer und zwei Begleiter. Ich und Thomas kommen als letzte, gegen 01:00 Uhr, an die Reihe. Das Wetter scheint gut zu sein und so laufen wir guten Mutes bis zu Anfang des Gletschereises, wo wir unsere Steigeisen anlegen und uns anseilen. Der Guide macht ein schnelles Tempo und wir schnaufen ganz schön in dieser Höhe. Als wir etwa die Hälfte der Strecke zurückgelegt haben verschlechtert sich das Wetter, so das unser Frontmann noch einen Zahn zulegt. Der Weg führt jetzt steil nach oben teilweise über blanken Fels, was mit Steigeisen nicht so einfach ist. Um ca. 5:00 Uhr sind wir schließlich am Ziel. Wir stehen auf dem Gipfel, mit 6088m und sehen... nüscht. Es ist dunkel, bewölkt, eiskalt, der Wind weht uns den Eisregen ins Gesicht. Wir machen schnell ein paar Gipfelfotos und gehen den Abstieg an. Es zeigt sich in etwa das gleiche Bild, Nebel, Schnee, Wind. Wir sind froh wieder im Refugio anzukommen. Nach einer kurzen Pause mit Suppe und Tee steigen wir wieder zum 1. Refugio ab und warten erschöpft auf den Minibus der neue Gipfelstürmer heranschafft und uns schließlich wieder nach La Paz zurück bringt.


21.10.-31.10. La Paz

Die nächsten Tage in La Paz sind gut gefüllt. Wir helfen dem Casabesitzer beim Rennablauf eines Velodrom Radrennens, verteilen Flyer für den La Paz Marathon, fahren mit der Seilbahn über die Dächer von La Paz, besuchen einen der größten Sonntagsmärkte Südamerikas, fahre per Rad die berüchtigte Death Road, besteigen den Gipfel des Huayna Potosi (6088m), nebenbei erledige ich die üblichen Kleinigkeiten und es bleibt noch etwas Zeit zum entspannen:-). So ist über eine Woche schnell verfloge und bevor ich dann doch den Lagerkoller bekomme nehme ich schnell den Bus nach Oruro.


20.10.-21.10. Vamos a La Paz

Über Tiquina und die 9000km Marke geht's durch endlose Vororte und Baustellen bis El Alto und weiter in den Kessel von La Paz. Ich finde in der dortigen Casa de Ciclistas einen Schlafplatz.

 

17.10.-20.10. Copacabana, und doch nicht Brasilien

Hinter der Grenze findet sich in Copacabana ein nettes Hostel. Am nächsten Tag fahre ich und drei weitere Radler, die im selben Hostel abgestiegen sind, per Boot zur Isla del Sol. Nach einer ewig laaangen Fahrt gehen wir im nördlichen Teil der Insel an Land und laufen entlang des schönen Wanderweges zum Anleger im südlichen Teil. Unterwegs gibt es mehrere Checkpunkte, an denen man jedesmal zahlen muss. Ganz schön nervig, aber die Inseldörfer können sich da nicht einigen. Nach einem weiteren, ruhigen Tag brechen alle auf. Einer nach Peru, zwei mit den Bus nach La Paz und ich per Rad.

Peru

16.10.-17.10. Richtung Bolivien

Entlang des Titicacasees übernachte ich, das letzte mal in Peru, am Badestrand von Juli.

 

12.10.-16.10. Der letzte Pass in Peru und zum Titicacasee 

Aber um es nicht ganz zu einfach zu haben nehme ich den Schlenker über den Tinajani Canyon. Damit verbunden ist auch mein letzter Pass in Peru, auf 4600m. Als dieser Abschnitt hinter mir liegt fahre ich auf ebenem Asphalt, über die Ruinen von Sillustani, nach Puno am Titicacasee. Die berühmten schwimmenden Uros-Schilfinseln besuche ich am nächsten Tag und Stelle fest das es dort mit dem Tourismus etwas zu weit geht. Alles ähnelt einem grossen Freizeitpark, viel authentisches ist nicht mehr übrig, trotzdem interessant.

 

10.10.-12.10. Altiplano

Auf den komme ich über den La Raya Pass. In einer herrlichen Abfahrt erreiche ich die Hochebene und freue mich über eine flache Asphaltstrasse, die ich so gediegen schon lange nicht mehr fahren durfte :-)

 

04.10.-10.10. Cusco und Machu Picchu

Nach dem ersten Tag in Cusco buche ich, mit anderen Radlern, eine Bustour nach Machu Picchu. Die letzten km nach Machu Piccu Pueblo nimmt man entweder die, nicht ganz günstige, Bahn oder man läuft entlang der Schienen. Am nächsten Morgen beginnt dann das Rennen rauf nach Machu Piccu. Die Brücke, über die der Weg führt, wird um 5:00 geöffnet, die Leute stehen schon um 4:00 an, um als erste in Machu Piccu anzukommen und ein Foto ohne Touristenmassen zu bekommen. Mit dem Bus ist es dasselbe. Der erste fährt um 5:30 und die Leute stehen schon um 4:00 an. Der typische Machu Piccu Blick, den man schon auf so vielen Fotos gesehen hat, liegt vor einem. Wir haben Wetterglück und bestaunen die Ruinen bei Sonnenschein. Nach der Rückfahrt verbringe ich noch einen Tag in Cusco. Dann geht's, endlich wieder per Rad, weiter Richtung Altiplano.

 

30.09.-04.10. Choquequirao Trek

Nachdem ich eine Bleibe im Dorf gefunden und fehlende Ausrüstung geliehen habe bin ich bereit am nächsten Morgen aufzubrechen. Am zweiten Tag erreiche ich die Ruinen, die ich ganz für mich allein habe. Nur wenige Leute nehmen die, nicht einfache, Wanderung auf sich. Teils per Rad, teils mit dem Collectivo, geht's jetzt endlich nach Cusco, dorthin wo jeder Perureisende irgendwann landet.

 

28.09.-30.09. Backpackerstyle, mit Bus und Collectivo

In Ayacucho verbringe ich den Tag im wunderbaren Zentrum der Stadt, nehme abends nochmals ein Collectivo das mich über Nacht nach Abancay bringt. Von hier aus bringt mich wiederum ein Collectivo nach Cachora. Dem Startpunkt für die 3-Tages Wanderung zu den Choquequirao Ruinen, dem kleinen Machu Piccu.

 

21.09.-28.09. Weiter bis Lima

Der nächste Tag wird wieder lang. Auf schlechter Strasse geht es entlang des Flusses und steigt, nach der gestrigen Abfahrt, heute wieder auf 4000m an. Die folgende Abfahrt auf groben Schotter ist mühsam und ich erreiche Huanuco, verfolgt von Hundemeuten, erst im dunkeln. Auf dem Weg aus der Stadt heraus, nach einem Pausentag, sehe ich Schilder für den Bus nach Lima. Da ich nur 60? Tage anstatt 90 im Reisepass stehen habe und aufgrund des schlechter werdenden Klimas entscheide ich den Nachtbus zu nehmen. Ich komme Sonntagmorgens in Lima an und fahre auf menschenleeren Strassen zu meinem Hostel. Nach ein paar erholsamen, kulinarischen Tagen in Perus Hauptstadt, sitzte ich wieder im Nachtbus, diesmal nach Ayacucho.

 

19.09.-21.09. Pastoruri Highway

Auf dem Weg zum Pastoruri Gletscher überfahre ich du 8000km, zelebriere kurz und finde mich bald auf der Schotterabzweigung zum Gletscher. Puya Raimondii Gewächse säumen den Weg, den ich mehr schiebe als fahre. Am Gletscher angekommen, auf ca. 4800m, ist die Luft schon ziemlich dünn. Bevor ich mein Zelt unter dem Vordach des Besucherzentrums aufbaue, mache ich die Runde zum schrumpfenden Gletscher, der in etwa 10 Jahren verschwunden sein soll. Viel ist jetzt schon nicht mehr zu sehen. In der Nacht hat es geschneit und am Morgen zeigt sich ein so ganz anderes Bild der Landchaft als noch am Tag zuvor. Die letzten Meter bis zum Pass schiebe ich noch, dann kann ich wieder bergabfahren, bis der Anstieg zum 2. Pass kommt. Das Wetter klart nach und nach auf und es zeigt sich die spektakuläre Bergkulisse, Felsformationen, Täler und Bergkämme. Nach dem 2. Pass führt die Piste wieder abwärts und trifft eine frische Asphaltstrasse auf der ich ins Tal rolle.

 

16.09.-19.09. Huaraz

Von Huaraz aus, dort finde ich auf einer Dachterrasse einen Platz zum zelten, wandere ich zur Laguna Churup und lasse den kommenden Tag entspannt in der Stadt verstreichen, das nächste Highlight wartet schon, die Überquerung der Cordillera auf dem "Pastoruri-Highway". 

 

07.09.-16.09. Die Cordillera Blanca

Caraz und noch mehr Huaraz sind für die meisten Leute Basis um die phantastischen Gipfel der Cordillera Blanca zu besuchen. Dem schließe ich mich an und besuche die unglaublich, photshop-blaue, Laguna Paron. Durchquere auf dem malerischen 4-tägigen Santa-Cruz-Trek das Tal und kombiniere den Trek mit einer Nacht an dem schönsten Gletschersee der Cordillera, der Laguna 69.

 

06.09.-07.09. Cañón del Pato, die Entenschlucht

Die Strecke führt aufwärts durch den "Canyon del Pato", mit seinen vielen Tunneln und einigen Brücken, die ich nach dem gestrigen Tag, freudestrahlend überquere. In Caraz ankommen darf ich in einer Ecolodge mein Zelt aufbauen.

 

03.09.-06.09. Über´s Hinterland

Gut erholt fahre ich noch ein Stückchen die Asphaltstraße entlang, bevor die Abzweigung zur Schotterpiste kommt. Durch wunderbare Landschaft führt der Weg, mit einigem Auf und Ab, nach Angasmarca, das ich nach einem langen Radltag im dunkeln erreiche. Über einige weitere Pistenkilometer komme ich an eine Schlucht. Hier führt die bisher spektakulärste (Asphalt-)Straße abwärts. Das Vergnügen der vielen Serpentinen wird jedoch etwas getrübt, da es in selber Manier auf gegenüberliegender Seite wieder bergauf geht. Auf halber Strecke sehe ich einen Weg der am Fluss entlang führt und erinnere mich dunkel daran einen Blogartikel darüber gelesen zu haben. Unten angekommen wird noch ein Anwohner befragt, dann entscheide ich den Weg entlang des Flusses zu nehmen um die Steigung zu umgehen. Die ersten km ist der Weg gut zu fahren, dann blockiert ein gewaltiger Erdrutsch das Weiterkommen. Nach einigen Umwegen und Gesuche finde ich einen Pfad der abwärts, zum Fluss, führt. Nach wieder einigem Gesuche und testen der Wassertiefen, sehe ich am anderen Ufer einen Einheimischen auf seinem Esel. Er zeigt mir die flachste Stelle. Dort trage ich in kniehohem Wasser meine Ausrüstung über den Fluss. Der Eselreiter bestätigt das es am Endes des Flusstales einen Zugang auf einen Weg geben würde. Ich schiebe noch ein wenig über die fußballgroßen Flusssteine, bevor ich mein Zelt aufbaue. Mittlerweile geht auch mein Wasser zur neige und das Flusswasser will ich nicht trinken, da es jede Menge Gold-, Nickel-, und sonstwas für Minen in der Gegend gibt. Nachdem ich am nächsten Morgen einen Platten repariert habe kann ich weiter mühsam das Flusstal entlangschieben. Bisher nichts zu sehen von einem Pfad. Am Ende des Tales angekommen schaue ich mich um. Nach einiger Zeit entdecke ich tatsächlich einen kleinen Eselpfad, der wieder nach oben führt. Nachdem Rad und Gepäck raufgetragen sind, treffe ich einen Goldwäscher. Er meint man müsste noch zweimal den Fluss queren, na Klasse. Die erste Querung ist relativ flaches Wasser, dafür extrem sumpfiger Schlamm in dem man tief einsinkt. Die zweite und letzte Querung ist dafür umso schwieriger. Die Strömung ist stark und das Wasser Hüfthoch. Als jedoch auch diese Querung mit einiger Anstrengung gemeistert ist, geht es weiter. Über Stock und Stein, ein Weg ist abschnittsweise nicht zu erkennen. Irgendwann ist dann doch der Anfang eines Weges zu sehen. Etwas weiter den Weg entlang finde ich ein paar Hütten und frage nach etwas Wasser. Mit 8km in 5 Stunden bisheriger Langsamkeitsrekord. Noch ein paar Kilometer auf fahrbarem Schotter weiter, dann trifft der Weg wieder die Asphaltstraße. Uff, am nächsten Kiosk fülle ich meine Wasserflaschen und bestelle ein Almuerzo (Mittagsmenü). Dankbarerweise führt die Straße die kommenden Kilometer abwärts, bis ich am Rio Santa ein Plätzchen zum zelten finde. 

 

28.08.-03.09. Cajamarca und Laguna Sausacocha

Über den nächsten Pass geht's ins geschäftige Cajamarca und ein paar Tage später komme ich an die Laguna Sausacocha. Hier entscheide ich einen Pausentag einzulegen, bevor's auf Schotterwegen quer durch's Hinterland geht.

 

25.08.-28.08. Endlose Pässe, wunderbare Gefälle, fiese Hundemeuten

Der nächste Radltag nach Leymebamba ist ziemlich easy und wird mit dem Besuch des dortigen Museums kombiniert. Gleich hinter Leymebamba, beim ersten Pass, merkt man den unterschiedlichen Ansatz der Straßenbauer. Die Ecuadorianer bauen gerne steile und kurze Anstiege, während in Peru moderate Steigungen sich endlos in die länge ziehen. Für mich als Radler ist das langsame aufwärtsradeln deutlich angenehmer. Das gleich gilt dann auch für die Abfahrten. Ohne Bremsen zu müssen, jedoch trotzdem zügig, geht's vom kühlen Pass wieder bergab ins aufgeheizte Tal. Der Weg in die Provinzhauptstadt Celendin führt dann wieder endlos bergauf. Diesmal jedoch stetig verfolgt von Haus- und Hofhunden, die so ziemlich alles jagen was ihnen in die quere kommt. Bisher hat sich das noch im Rahmen gehalten, hier in Nordperu ist's richtig fies.

 

19.08.-25.08. Die ersten KM in Peru, Gocta und Kuelap

Peru begrüsst mich mit einer scharfen Steigung rauf nach San Ignacio, wo ich erstmal einen Pausenrag einlege um in Peru "anzukommen".

Am nächsten Tag führt die Straße auf den ersten 50km quasi nur bergab, so das ich am Ende des Tages, seit langem mal wieder, in den 3-Stelligen KM Bereich komme. 

Über den Gotca Wasserfall (Immerhin der 5. höchste der Welt, je nach Messung:-) fahre ich bis Tingo um am nächsten Tag eine Wanderung zu den Kuélap Inkaruinen zu machen.

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Neujahrsgrüße

Allen einen guten Start ins 2017er

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Ecuador

17.08.-19.08. Auf nach Peru

Von Vilcabamba führen alle Straße bergauf. Ich nehme die Straße nach Süden bergauf. Wie immer geht es rauf und runter. Irgendwann hört der Asphalt auf und es geht auf Schotterpiste weiter rauf und runter. Entlang der Strecke gibt es viele Erdrutsche und Baustellen, die diese wegräumen. Die letzten Kilometer bis Zumba sind richtig deftig, erst steil ins Tal um dann wieder steil nach oben zu führen, wie schön wäre hier eine lange Brücke. Am nächsten Morgen fahre ich am Busbahnhof vorbei. Da gerade ein "Bus" (LKW mit offenem Aufbau) Richtung Grenze fährt entscheide ich spontan mitzufahren. Zunächst wundere ich mich über die dick gepolsterten Sitzbänke, doch schnell wird klar die sind bitter nötig. Die nächsten 1,5 Stunden sind die holprigsten die ich bisher erlebt habe. Teils muss man aufpassen das der Kopf nicht gegen das Dach donnert. Immerhin gibt's schöne Ausblicke. Durchgeschüttelt erreichen wir den kleinen Grenzübergang nach Peru. Ich freue mich das auf peruanischer Seite eine Asphaltstrasse nach San Ignazio führt, natürlich bergauf.

 

11.08.-16.08. Nach Süden, ins Tal der Hundertjährigen

Die Strecke bis Vilcabamba ist ein ständiges auf und ab. Die Ausblicke entschädigen etwas für diese Achterbahnfahrt in den Anden. Mittlerweile gehören die steilen Anstiege, zwischen 1000m und 2000m am Tag, zur Normalität. So langsam gewöhnt man sich daran und weiß seine Kräfte einzuteilen.
In Vilcabamba dreht sich alles um das gesunde älterwerden. Seit es in den 70er Jahren zusammen mit Hunza und Abchasien, als eine "Insel der Langlebigkeit" beschrieben wurde, werden Theorien aufgestellt was die Menschen hier so alt werden lässt. Negative Ionen in der Luft, Mineralien im Wasser oder das "Herz der Erde" das hier schlagen soll. Dementsprechend haben sich im Umland viele reiche Amerikaner ein Grundstück gesichert, mit der Hoffnung gesund Alt zu werden. Ich sichere mir für drei Tage ein Zeltplätzchen in einer Ecolodge. Erwandere mir Stadt und Umland.

 

08.08.-11.08. Cuenca und die ersten Inkaruinen

Bis El Tambo tragen mich die Beine noch, dann nehme ich für das Reststück nach Cuenca den Bus. Davor wird aber noch ein Abstecher zu den Ingapirca Ruinen gemacht. Diese liefern einen Vorgeschmack auf die prächtigeren Inkabauten in Peru. Nach einem Stadtbesichtigungstag will ich den Cajas Nationalpark besuchen und nehme den Bus dorthin. Da mich der Busfahrer vergisst, mache ich mich bemerkbar. Er lässt mich ein paar Kilometer hinter den Parkeingang heraus. Die Strecke zurück bis zum Park ist für mich jedoch fast interessanter als der Weg im Park selbst. Erinnert alles etwas an die schottischen Highlands, nur auf 4000m. Hier wächst der Polylepis Baum, auch Papierbaum genannt, wegen der feinen Rinde. Diese wachsen in Höhenbereichen, wo sonst keine anderen Bäume mehr wachsen können. Ich gehe einen schönen Rundweg durch den Park, zurück nach Cuenca geht's per Anhalter mit einem netten ecuadorianischen Pärchen.

 

07.08.-08.08. Teufelsnase und Container mit Aussicht

Nachdem ich mich aus meinem Schlafsack geschält habe freue ich mich auf die Abfahrt und über den klaren Tag. Nach einem letzten Blick zum Gipfel lasse ich die Höhenmeter purzeln. Hinter jeder Kurve gibt's neue spektakuläre Ausblicke. Auf und Ab führt mich die Straße bis Alausi auf einen einfachen Campingplatz. Am nächsten Morgen wird früh gestartet. Auf dem Sonntagsmarkt werden noch Bananen und etwas Gemüse gekauft, dann wird weitergeradelt. Die Strecke ist superanstrengend, mit steilen Steigungen. Den (wieder steilen) Abstecher zum "Nariz del Diablo" lasse ich mir jedoch nicht entgehen. Zum Glück fährt auch gerade ein Zug die kurvenreiche Strecke. Nach weiteren anstrengenden Kilometern hab ich für heute genug. Ich finde auf einer Freifläche einen alten Baustellencontainer der zum Zelten einlädt.

 

05.08.-06.08. Der höchste Berg der Welt

Eigentlich ist Riobamba, am Fuße des Chimborazo, heute das Ziel. Aber nachdem ich mich an einer Baustelle mit einem Jeepfahrer unterhalten habe bekomme ich die Gelegenheit mit zum Chimborazo Basislager auf 4860m zu fahren. Also nicht lange fackeln, immerhin ist's der höchste Berg der Welt, fragt man jedenfalls die Ecuadorianer. Und damit die das sagen können messen sie die Höhe vom Erdmittelpunkt. Da der Vulkan am Äquator liegt ist der Gipfel so gesehen am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt.
Nach einer kleinen Wanderung zur "Lagoon Condor Cocha" auf 5100m (bisheriger Höhenrekord für mich) stelle ich mein Zelt etwas abseits des Refugios in einer windgeschützten Senke auf und bewundere den eindrucksvollen Sonnenuntergang.

 

01.08.-04.08. Cotopaxi, Quilotoa und Baños

Einen Organisationstag später geht's wieder auf den Asphalt. D.h. schön wär's. Nach kurzem Asphlatgenuss verwandelt sich die Strecke zum Cotopaxi Nationalpark in fieses Kopfsteinpflaster. Hinter Sand wohl der mieseste Belag für Radler. Einige lange, rüttlige Kilometer später kommt schließlich eine ganz passabele Schotterpiste die zum Nationalpark führt. In Sichtweite des Cotopaxi gibt's schließlich ein windiges Plätzchen zum zelten. Nach einer stürmischen Nacht geht's, bei starkem Wind und klarer Sicht auf den Vulkan Cotopaxi, durch den Park. Die 6000km Marke wird auf dem Weg nach Latacunga geknackt. Dort angekommen mache ich am darauffolgenden Tag einen Ausflug zum Quilotoa Vulkankratersee, der auch krönender Abschluss (oder Anfang) des Quiloto Loops ist, einer beliebten mehrtägigen Wanderung durch das Andenhochland. Ich kürze etwas ab und wandere innerhalb von ca. 4h einmal um den Krater.

Die Straße führt wieder bergab bis ich Baños erreiche. Die dortigen Thermalbäder laden zu einem Besuch ein, bevor ich mich zur "Casa del Arbol" aufmache mit der bekannten "Swing at the end of the World". Zum Tagesabschluss geht es die "Routa de Cascadas" hinab. Spektakuläres Ende ist die "Cascado del Diablo". Bischen so wie der Rheinfall in Schaffhausen. Wassermassen die sich den Weg nach unten Bahnen und man selbst zwischendrin. Zurück gibt's nen Lift per LKW.

 

26.07.-31.07. Über den Äquator nach Tumbaco/Quito

Der Weg führt weiter, auf und ab, bis San Isidro. Danach folgt, glücklicherweise auf Asphalt, eine lange Abfahrt, von 3500m auf 1600m. Die letzte Steigung geht nochmal an's Eingemachte, bevor ich den Campingplatz am Lago Yahuarcocha erreiche und mir dort einem Ruhetag gönne.
Über Otavalo fahre ich weiter nach Cayambe. Im nahen Monument zum "Mitad del Mundo" gibt es einen kleinen Vortrag über Sternenkonstellationen, Kartenausrichtungen und Vermessungsmethoden. Ich freue mich jedenfalls jetzt eindeutig von der Nord- auf die Südhalbkugel gewechselt zu haben.
Auf und Ab, entlang des Highways, fahre ich bis Tumbaco, einem Vorort von Quito. In der dortigen Casa de Ciclistas schlage ich mein Zelt im Garten, zusammen mit anderen Reiseradlern, auf. Quito wird am nächsten Tag per Bus angepeilt und erlaufen.
Erlaufen wird am nächsten Morgen auch der Hausberg Quitos, der 4696m hohe Rucu Pichincha. D.h. erstmal mit dem Teleferico von 2800m auf 4100m und den Rest per Fuß. Klingt einfach, ist aber schon recht rauhes Klima in der Höhe.

 

23.07.-25.07. Von Friedhöfen und Mönchsgewächsen

Nachdem mal wieder die Aus-/Einreiseformalitäten zügig und problemlos abgeschlossen sind geht's weiter bis Tulcán. Dort gibt's einen Abstecher auf den Friedhof, der mit kunstvollen Heckenskulpturen auftrumpfen kann. Hinter Tulcán zweigt ein Schotterweg von der Hauptstraße ab. Auf guter Erdpiste und angenehmer Steigung führt der Weg bergauf. Die schroffe Landschaft ändert sich langsam, bis nur noch seltsame Gewächse die Hügel bevölkern. Es wirkt alles sehr surreal. Bis zur "El Angel Nature Reserve" Rangerstation, auf 3000m, zieht sich der Weg in die Länge. Dort angekommen erlaubt mir der Ranger mein Zelt in der Parkhütte aufzuschlagen. Ich erfahre das es sich bei den Gewächsen um ein einzigartiges Ökosystem aus Frailejones handelt, auch Mönchsgewächse genannt, wegen ihrer schwarzen Kutte aus abgestorbenen Blättern.
Am nächsten Morgen gehe ich den Rundweg zur "Laguna el Voladero". Die friedliche Morgenstimmung zieht mich mit phantastischen Ausblicken in ihren Bann. Jedoch kaum wieder auf dem Rad werde ich durch das miese Kopfsteingepflaster wachgerüttelt.

Kolumbien

20.07.-23.07. Die Piste nach Pasto/Ecuador

Die Nacht hat es durchgeregnet und bis zum morgen nicht aufgehört. Wird schon aufhören, denke ich und fahr los. Die Strasse windet sich um 1000 Höhenmeter auf 3200m rauf, es hört nicht auf zu regnen und es ist saukalt da oben. Meine regendichte Goretexjacke und -hose halten auch nicht was sie versprechen. Gegen Mittag erreiche ich durchgefroren ein Dorf und finde dort das wahrscheinlich einzige Restaurant mit Kamin. Den hänge ich erst mal mit meinen nassen Klamotten voll und bestelle eine geräucherte Forelle. Bis ich mit der Forelle fertig bin sind meine Sachen geräuchert, aber einigermaßen trocken. Glücklicherweise hat auch der Regen nachgelassen und ich kurbel mich den letzten Anstieg rauf bevor die Straße nach Pasto abwärts führt.

Nach den paar taffen Tagen gönn ich mir einen Pausentag. Mach mich dann auf Richtung Ecuador. Doch bevor es über die Grenze geht müssen nochmal einige Höhenmeter überwunden werden. Kurz vor der Grenze biege ich nach Las Lajas ab, DER Wallfahrtskirche in Kolumbien. Bischen kitschig, vor allem Abends mit wechselnder bunter Beleuchtung, aber die Lage im Canyon des Río Guáitara hat schon was. 

Den nächsten Tag beginnt gleich mal mit dem grossen Glassplitter im Reifen und schlauen Kommentaren von Passanten. Nachdem diese letzte Hürde genommen ist geht's auf raschem Weg zur Grenze nach Ecuador. Kolumbien mit dem Fahrrad, bisher mein liebstes Radlland.

 

16.07.-20.07. Der Sprung auf's "Trampolin"

Rauf und runter zwischen grünen Gipfeln und Militärkontrollen geht es weiter bis Mocoa. Ab hier führt die Straße zum "Trampolin de Muerte", dem Weg nach Pasto. Miese Schotterstraße, steile Abstürze, immer wieder Erdrutsche, Nieselregen und Flussquerungen. Dafür gibt's spektakuläre Blicke ins Tal, Wasserfälle, wenig Verkehr und viel Vegetation. Zwei Tage und zwei Pässe später erreiche ich das Tal auf der anderen Seite und freue mich mal wieder auf eine warme Dusche.

 

12.07.-16.07. San Augustin

Auf dem Weg nach San Augustin treffe ich nochmal das Radlerpärchen. Diese wollen jedoch eine andere Route fahren und so trennen wir uns nach kurzem zusammenradeln wieder. Meine Etappe führt mich bis San Augustin. Dort bekomme ich in der ehemaligen Casa de Ciclistas einen Zeltplatz für die nächsten Tage. Dafür bekommen die jetzigen Bewohner eine große Portion Kässpätzle. Nahe der Stadt befinden sich archäologische Stätten mit hunderten von freaky Statuen aus Vulkangestein. Die Kultur ehrte wohl ihre Toten damit verschwand aber bevor die Spanier eintrafen und wurde Mitte des 18. Jh. entdeckt. So ganz eindeutig ist die Bedeutung der Skulpturen wohl nicht und es bleibt etwas geheimnisvolles.

 

09.07.-12.07. Trockenzeit

Auf perfektem Radweg begleiten mich Andres und ein paar Freunde aus der Stadt heraus. Muss schon sagen, so viele Freizeitradler wie teilweise hier in Kolumbien sieht man selten (und das sagt jemand der oft an einem Samstag Nachmittag im Sommer auf dem Bodenseeradweg unterwegs war:-). Leider endet auch der kolumbianische Radweg irgendwann und es geht, in angenehmen Gefälle, entlang der Straße bergab. Auf der Strecke treffe ich ein kanadisches Radlerpärchen. Zusammen finden wir einen Zeltplatz auf dem Gelände eines Lernzentrums für indigene Kultur. Bei der Gelegenheit ist das Abendessen und etwas Landeskunde inklusive.

Am nächsten Morgen fahre ich schon eher los. Nach einiger Zeit entlang des "Rio Magdalena" wechsel ich auf einer Lancha die Flussseite und somit auf die Seite der Tatacoa-Wüste. Auf rauher Schotterpiste geht es tiefer in die Trockenzone bis zu einem Besucherzentrum mit Zeltplatz. Abends findet in der nahen Sternwarte ein Vortrag mit Sternbildbestimmung statt.

Durch karge Wüstenszenerie führt die Piste weiter zur Provinzhauptstadt Neiva. Entlang der Strecke durfte ich die 5000Km feiern und gleich darauf einen Platten reparieren.

 

07.07.-09.07. Der schnelle Weg über die Berge

Mal wieder wird die EM Teil meiner Routenplanung. Nachdem ich einen "Warmshowers" Host in Ibague gefunden habe, radel ich bis Armenia und nehm den Bus über die Berge. Rechtzeitig zum (nicht so erfolgreichen) Spiel gegen Frankreich komme ich in der Wohnung von Andres an. Naja, eine Variable weniger bei der Routenplanung. Ich lasse mich Überzeugen noch eine Nacht zu bleiben. Den nächsten Tag verbringe ich in und um Ibague mit Andres und seinen Freunden. 

 

04.07.-07.07. Salento

Von Manizales führt die Strasse in wunderschöner Umgebung abwärts nach Chinchina und wieder rauf nach Salento, meinem Ziel für die nächsten Tage. Nahe dem touristischen Salento liegt das nicht minder touristische "Valle de Cocora" mit seinen grünen Tälern und in den Himmel ragenden Wachspalmen die bis zu 60m! hoch werden können und somit die höchste Palmenart der Welt sind, kolumbiens Nationalbaum. Mit dem Jeep wird man nach Cocora gefahren. Auf einem Rundweg durch das Tal, über "Indiana-Jones-Brücken", einem Kolibrireservat und Aussichtspunkten kommt man zum spektakulärsten Teil mit den Wachspalmen, fantastische Runde.

Da ich im kolumbianischen Kaffeehochland bin darf bei der Gelegenheit auch eine Führung durch eine Plantage nicht fehlen, vom Keimling bis zum Kaffee. Hinter Brasilien und Vietnam belegt Kolumbien den dritten Platz der weltweit größten Kaffeproduzenten. Aber natürlich ist hier im Hochland die Qualität am besten :-) Der Großteil des Kaffees geht jedoch in den Export, die Kolumbianer trinken meist die 3. Qualitätsstufe. Dementsprechend bekommt man, wenn man Kaffee bestellt, in der Regel, Instantkaffee serviert :-(

 

29.06.-04.07. Manizales, die ersten Andenausläufer

Momentan wird die Routenplanung mit den D-EM spielen abgeglichen. So fahre ich heute schon los um rechtzeitig, zum Strassenfeger D-I, in Manizales zu sein. Hinter Medellin führt die Straße steiler werdend Bergauf zum "Alto de Minas Pass". Dort schlage ich für heute mein Zelt auf und treffe Ole und Johanna, mit denen ich mich lose hier verabredet hatte. Bei angenehmen kühlen Temperaturen krame ich zum ersten mal meinen Schlafsack heraus, den ich bisher in die letzte Ecke meiner Taschen geschoben hatte.

Zusammen gehen wir die ausgedehnte Abfahrt an und radeln auf und ab entlang des Rio Causa Flusstales. Hinter dem Städtchen Irra trennen sich unsere Wege, ich nehme den langen, zähen Anstieg nach Manizales in Angriff, während die beiden weiter nach Preira fahren. Der nicht enden wollende Anstieg zur Stadt nimmt dann doch irgendwann ein Ende und ich checke erschöpft im Hostel ein. Der D-I Elfmeterkrimi wird am nächsten Tag im Hostel verfolgt und die Stadt, die mitten im kolumbianischen Kaffeehochland liegt, erkundet.

 

25.06.-29.06. Medellin und EM Planung

Nach einer einigermaßen angenehmen Nachtfahrt, suche ich zügig mein Hostel und checke ein. Jetzt wird schnell eine Bar mit TV gesucht für's EM-Spiel D-Slowakei. Medellin ist mittlerweile nicht mehr die gefährlichste Stadt der Welt, wie noch zu Zeiten Pablo Escobars. Die Kehrtwende zur einer der innovativsten Städte der Welt scheint geschafft, lasse ich mir am nächsten Tag während der "Free walking Tour" erklären. Später schlendere ich durch den Botanischen Garten, unterhalte mich mit einem Kolumbianer. Er fragt mich ob es gefährlich sei nach Europa zu Reisen, er lese viel von den Terroranschlägen und Flüchtlingsströmen. Wie sich die Zeiten ändern, denke ich und versichere ihm das es nicht gefährlicher als hier in Kolumbien ist. Ich lasse den Nachmittag ausklingen und denke noch ein wenig darüber nach wo es denn nun wirklich gefährlicher ist.

 

21.06.-25.06. Cartagena und ein bisschen zuviel für einen Tag

Nach dem Abschiedsessen geht die Quest-Crew wieder getrennte Wege. Ich komme erstmal richtig in Kolumbien an und erkunde Cartagena, vor allem die beeindruckende Altstadt. 

Nach langer Radelpause packe ich mal wieder meine sieben Sachen zusammen und, dank guter Straße, ca. 170 km später in Sincelejo wieder aus. Da hat's wohl einer leicht übertrieben, merke ich am nächsten Morgen, aber immerhin bisheriger Streckenrekord. Ein paar Abwägungen später entscheide ich den Nachtbus nach Medellin zu nehmen.

Panama

14.06.-21.06. Große Fahrt

Nach einigen entspannten Tagen in Panama Stadt schwing ich mich wieder in den Sattel um nach Portobello zu kommen. Dort legt das Segelschiff ab das mich nach Kolumbien bringen soll. Nach zwei Nächten im netten Portobello, aber im wahrscheinlich miesesten Hostel von ganz Mittelamerika, geht's an Bord. Zusammen mit zwei Deutschen, zwei Franzosen und fünf Australiern sowie polnischem Smutje und schwedischem Kapitän werden wir für fünf Tage in See stechen. Die ersten Stunden ist ziemlich rauhe See und das Schiff schwankt mit den hohen Wellen auf und ab. Unter Deck wirken die Bewegungen noch stärker, ausserdem sind die Luken während der Fahrt geschlossen und es ist unerträglich heiss und stickig da unten. Daher schlafen die meisten auf Yogamatten auf dem Deck. Nachdem die Nacht überstanden ist sind wir inmitten den San Blas Islands oder KunaYala. Die Ureinwohner, Kuna, Verwalten eigenständig diese autonome Region von Panama. San Blas besteht aus 365 Inseln, manche nicht größer als ein halbes Fussballfeld. Unser Segelschiff schippert drei Tage zwischen den Inseln umher und wir geniessen Kokospalmen, Strand und Meer. Die Hauptbeschäftigung für die nächsten Tage ist Schnorcheln, Schwimmen und einfach die wunderbare Atmosphäre hier zu inhalieren. Die letzte Nacht ist die Überfahrt nach Cartagena. Nach wieder einen paar rauhen Stunden mit Gewitter, Blitzen und hohen Wellen laufen wir im Morgengrauen wohlbehalten in den Hafen von Cartagena ein.

 

08.06.-14.06. Panama City

Die letzten Kilometer bis Panama City haben's nochmal in sich. Megaviel Verkehr, schwierige Abzweigungen. Teilweise kein Seitenstreifen und wenn doch dann mit viel Glas und Müll. Dementsprechend auch gleich zwei platte Reifen ersetzen müssen. Doch schlussendlich taucht die "Puente de las Americas" hinter einer der vielen Kurven auf. Geschafft, mit der Überquerung des Panamakanals bin ich in Südamerika angekommen.

In Panama City gönn ich mir eine ausgedehnte Pause vom Radeln. In der einzig "richtigen" Metropole Zentralamerikas gibt's viel zu sehen. Ich besichtige die Stadt, besuch das Biomuseo von Frank Gehry, mach einen Ausflug zu den Panamakanalschleusen, Rad-/Materialpflege, Käffchen hier schlendern da und buche noch einen Segeltrip über die San Blas Inseln nach Cartagena/Kolumbien, denn der Darien-Gap unterbricht die ansonsten durchgehenden Nord-Süd Verbindung.


04.06.-08.06. Panamericana

Heute führt die Straße in einer langen Abfahrt bis zur Panamericana, die in Mittelamerika auch Interamericana heißt. Diese wird gerade im letzten Abschnitt fertig gestellt, d.h. bis Santiago ist entweder die linke oder die rechte Fahrbahn gesperrt. Glück für mich, so hab ich bis dahin immer eine komplette Seite für mich allein, der restliche Verkehr muss sich die gegenüberliegende Fahrspur teilen :-) Hinter Santiago bin ich allerdings wieder im normalen Strassenverkehr unterwegs und der nimmt immer mehr zu je näher ich Panama City komme. Auf dem Weg zur Hauptstadt ist die 4000km Marke gefallen, ich habe meinen ersten Reiseradlerkollegen getroffen, die Strandbar gefunden, die jeder schonmal irgendwo eröffnen wollte und gemerkt das Panama entlang der Panamerikana ganz schön kräftezehrend sein kann.


02.06.-04.06. Regenwald

Ab Rambala geht's unangenehm steil aufwärts, schieben ist angesagt. Es ist anstrengend, aber herrlich. Die Strasse führt durch den unzerstörten Wald des Hochlandes. Langsam weicht die Hitze der Küste dem kühleren Bergklima. Gegen Nachmittag treffe ich an einem Aussichtspunkt drei Mädels die in ihrem Bulli bis Uruguay wollen. Die angebotene Kaffeepause nehme ich gerne an. Später fängt es an zu Regnen und ich schiebe mehr als das ich fahre die steile Straße aufwärts. Bis ich die Lost&Found Lodge, mitten im Urwald, erreiche bin ich völlig durchnässt. Überraschenderweise gibt es als Ausgleich eine warme Dusche. Der nächste Tag ist verregnet und ich mach's mir im der Hängematte gemütlich. Eine kurze Regenpause nutze ich für eine kleine Wanderung.


31.05.-02.06. Alles Banane

Von Puerto Viejo führt die Strasse zum Grenzörtchen Sixaola. Man merkt das man in "Chiquita-Country" ist, links und rechts neben der Strasse sind Bananenplantagen soweit das Auge reicht. Nach dem Ausreisestempel geht's über die alte Eisenbahnbrücke nach Panama. Diesmal hat auch mein Rad einen Stempel im Reisepass bekommen. Hügelig führt die Strasse weiter durch Felder, Wälder und die Monokulturen der Bananenplantagen.

Costa Rica

29.05.-31.05. Ausspannen

Die letzten Tage in Costa Rica verbringe ich in Puerto Viejo, einem kleinen touristischen Fischerdörfchen. Hier, am Ende Costa Ricas, sammeln sich Esoteriker und Gurus aus Nordamerika. Selbstfindung ist das große Thema, dementsprechend gibt's Wellness-Oasen, Tantra-Tempel und Wiedergeburtshebammen. Ich lass die Seele für ein zwei Tage baumeln, bevor mich meine Route weiter nach Panama führt.


25.05.-29.05. Nervende LKWs und Strandlager

Das mit den Verkehr in Mittelamerika ist sowieso ein Thema für sich. Meist gibt es zwar einen Seitenstreifen, bei dem man aber ständig irgendwelchen Dingen ausweichen muss. Glasscherben, Müllbergen, Schlaglöchern, Reifenresten, Hunden und allen möglichen anderen Tieren (diese meist Plattgefahren), fehlenden Kanaldeckeln... Da kommt man sich vor wie beim guten alten Amiga Game 'Paperboy' (https://www.youtube.com/watch?v=HJSsqDE904c). Wär alles nur halb so schlimm wenn nicht die bekloppten LKW-Fahrer wären. Die umfahren jedes Schlagloch, bremsen bei jeder Bodenwelle, um ihre maroden Maschienen zu schonen, aber ein Radler auf der Straße interessiert nicht die Bohne. Da wird höchstens mal gehupt, wenn sie merken das es eng wird. Ob man ausweichen kann oder nicht, da heisst's konzentriert bleiben.

Über Alajuela und San Jose (krasser Verkehr) geht's auf die alte Hauptstrasse nach Siquirres. Etwas bergige Etappe, dafür mit weniger Verkehr, wunderbaren Ausblicken, einer ausgedehnten Abfahrt und zum Schluss einem ruhigen Plätzchen am Strand.


22.05.-25.05. Butterbrezn und Vulkane

Der Weg zum Lago Arenal folgt einer ruhigen Strasse, steigt ziemlich steil an. Die Strecke führt mich auf und ab immer entlang des See's, der heuer einen ziemlich niedrigen Wasserspiegel hat. Verfolgt wird man die ganze Zeit von Schildern der "German Bakery" denen ich dann doch auf eine Butterbrezel gefolgt bin. Ziel für heute ist La Fortuna, nahe des Vulkans Arenal. Dort in einem der vielen Backpacker-Hostels eingecheckt. Am nächsten Tag stand die steile, wurzlige, schlammige "Cerro Cato" Vulkanseewanderung auf dem Programm. Am Kratersee angekommen durfte die eisige Abkühlung darin nicht fehlen. Auf dem Weg zurück wird es einem wieder warm.


20.05.-22.05. Thermale Aktivitäten

Nach einem Pausentag, mit selbstgebackenem Brot von den Schweitzer Lodgebesitzern, radel ich weiter entlang der Panamericana bis zu einem Campingplatz nahe des Nationalparks "Rincon de la Viaje". Auf dem Weg die 3000km Marke erreicht. Kurzer Fotostopp mit Tacho und wieder in die Pedale getreten. Das man in Costa Rica ist, der Schweiz Mittelamerikas, merkt man deutlich. Die Strassen sind weniger vermüllt, Landschaft und Häuser gepflegter und die Preise ca. 3-4 mal so hoch. Dementsprechend die 15 Dollar für den Nationalparkeintritt berappt, dafür Blubberschlamm, dampfende Erdlöcher und einen schönen Wasserfall erleben dürfen.

 

18.05.-20.05.  Alte Bekannte

Der Grenzübertritt nach Costa Rica war für mich der bisher schnellste. Stempel Nica --> Stempel Tica und weiter geht's. Gleich hinter der Grenze finde ich eine Lodge mit Zeltmöglichkeit und einen Overlander den ich schon aus Flores kenne. Irgendwie Komisch, wenn man dann doch gleich schnell vorankommt :-) Zumindest an den Grenzubergängen hat man es als Radfahrer wesentlich einfacher als die vierrädrigen Kollegen. Wie mir erzählt wird kann man dann schon mal den Tag an der Grenze verbringen, Belege und Papiere für alles zusammensuchen.

Nicaragua

 

16.05.-18.05. Ometepe

Heute führt mich meine Route nach Ometepe, eine Vulkaninsel im Nicaraguasee. Mit einer wackligen Fähre wird man auf die Insel gebracht. Die letzten Kilometer wieder mit dem Radl bis Bulgue, zu einer Finca mit Campingmöglichkeit gefahren.

Nach einem "Inselentdeckungstag" ging's am darauffolgenden schon wieder zur 9:00 Fähre, auf die ich im letzten Moment gerade noch so aufspring. Eigentlich war geplant von Ometepe weiter nach San Carlos und den Rio San Juan entlang zu schippern. Da aber der Wasserstand im See zu niedirg ist wurde der Fährbetrieb eingestellt und ich musste wieder an meinen Ausgangspunkt auf's Festland. Dann eben ohne Umwege direkt nach Costa Rica.

 

12.05.-16.05. Granada

Nach einem Materialpflegetag die Etappe über Managua bis Granada gemeistert. In den folgenden Tagen die schöne Altstadt besichtigt, den Mombacho Vulkan bestiegen und den aktiven Masaya Vulkan besucht. Wobei der Masaya, mit seiner Lava, Rauch und Schwefel klar der Spektakulärere ist. Leider durfte man nur einem kurzen Blick in den Krater werfen, dann musste man anderen den Vortritt lassen.

 

09.05.-12.05. Leon

Nach der bisher temperaturmäßig heißesten Nacht, fiel es mir nicht schwer früh morgens aufzustehen und wieder in die Pedale zu steigen. Gegen späten Vormittag ging's, nach den Formalitäten, über die Grenze nach Nicaragua. "Cordobas" ist die Währung hier und das Preisniveau sinkt erfreulicherweise. Superheisser Tag mal wieder. Die Straße ist in top Zustand und man kommt gut voran. Auf halber Strecke eine Mitfahrgelegenheit nach Chinandega bekommen, die ich dankend annahm. Die restlichen Kilometer bis Leon war die Straße ziemlich stark befahren und ich war froh Abends mein Hostel zu erreichen. Nichtsdestotrotz von einer Vulkanbordingtour am nächsten Tag überzeugen lassen.

 

"Cerro Negro" ist der für's "Borden" bekannte Vulkan. Dort wurde auch der Weltrekord im Speedbiken aufgestellt 172km/h. Auf unseren Brettern haben wir die Geschwindigkeit nicht ganz geschafft. Das "Borden" war dann auch mehr ein Schlittenfahren, aber ganz spassig. Leider hatte jeder nur einen Versuch, dann ging's wieder zurück in die Stadt.

El Salvador und Honduras

03.05.-08.05. El Salvador und Honduras

Kurz hinter Chiquimullila schau ich auf den Tacho und sehe die 2000km Marke. Ging gefühlt viel schneller als die letzten 1000km. Kurzes Schulterklopfen meinerseits und die nächsten 1000km sind schon wieder im Blick. Je näher die Grenze kommt, desto mulmiger wird mein Gefühl. Immerhin kommen mit El Salvador und Honduras die Länder mit den höchsten Mordraten. Die beziehen sich aber überwiegend auf Bandenkonflikte und Drogenkriminalität in den Ballungsräumen. Einer Bande gehör ich nicht an, Drogen schmuggel ich keine und von Ballungsräumen halt ich mich fern. Naja, das mulmige Gefühl bleibt. An der Grenze kann ich an den wartenden LKWs vorbeiradeln und bin jetzt in El Salvador. Der Dollar ist offizielles Zahlungsmittel und alles ein wenig teurer. Ich radel bis kurz vor Acajutla und finde ein günstiges Hostal. Hitze und Luftfeuchtigkeit sind hier im Land mittlerweile auf Maximalniveau. Mein Zimmer hat eine Klimaanlage :-)

 

Selbst in den Morgenstunden ist es jetzt brüllend heiß. Ich traue mich aus meinem klimatisierten Zimmer und fahre die ersten kilometer bis zur Küste. Ab jetzt wird die Aussicht zwar schöner, aber die Straße auch hügeliger. Bei El Tunco beschließe ich den Tag zu beenden und einen Ruhetag einzulegen. Ich suche mir ein Hosteldorm, mit Klimaanlage.

 

In El Tunco gibt's eigentlich nur zwei Straßen und alles dreht sich um's Surfen. Soll, wie schon öfter von Surfspots gehört, einer der besten der Welt sein. Das Städtchen ist schnell erkundet und ich verbringe den Tag mehr oder weniger damit die gelungenen und weniger gelungenen Versuche der Surfer zu beobachten.

 

Weiter über Usulutan und am nächsten Tag bis Santa Rosa. Die Menschen denen ich begegne sind zurückhaltend freundlich und ich bekomme auf meine Grüße meistens einen freundlichen Gruß zurück. 'Tock!', als ich gerade dabei bin mich auf Hitze und die nächste Steigung zu konzentrieren, bekomme ich einen Schlag auf die Brust. Was war das denn? Ein verwirrter Vogel, abgebrochener Ast... ich schau an mir herunter und sehe die Überreste eines Ei's auf meinem Radelhemd. Perplex fahre ich an den Straßenrand, sammel mich und frage einen Tiendabesitzer ob ich mein Hemd hier waschen kann. So was, wie fies ist das denn? Vom Auto aus mit nem Ei zu werfen. Und da ein Unglück selten allein kommt, kommt heute noch der erste Platte auf dieser Reise dazu. Aber nach 2000km ist das auch ok. Neuer Schlauch ist schnell aufgezogen und später, im Hotelzimmer, geflickt.

 

Nach dem Tag fällt mir der Abschied von El Salvador nicht schwer und ich rolle der Grenze nach Honduras entgegen. Nach einiger Wartezeit ziert der sechste Mittelamerikanische Stempel meinen Pass. In Choluteca finde ich ein günstiges Zimmer, ohne Klimaanlage.

Guatemala

29.04.-02.05. Antigua und zur nächsten Grenze

Um 7:00 ist Abfahrt. Das Rad liegt gut verschnürt, zusammen mit den Sachen der Mitfahrer, auf dem Dach. Nach langen, heißen acht Stunden werde ich in Antigua abgeliefert und kann den restlichen Weg zu meinem Hostel Radeln. Zu meiner Freunde sinken die Temperaturen Abends auf angenehmens, Strickjacken-Niveau.


Hat mich doch noch "Montezumas Rache" erwischt. Die nächsten zwei Tage schalte ich einen Gang runter und verbringe viel Zeit in der Hängematte des Hostels. Antigua ist eine alte Kolonialstadt mit einer angenehmen Mischung aus Szeneläden und Historie, Touristen und Einheimischen. Eigentlich so gar nicht typisch für Guatemala, aber eine wohltuende Abwechslung.


Nach einer herrlich langen Abfahrt von Antigua in die heisseren Regionen erreiche ich Chiquimulilla und finde ein günstiges Hotel. Morgen wird die Grenze zu El Salvador passiert.

 

26.04.-28.04. Semuc Champey

Am nächsten Morgen bekomme ich ein kleines Frühstück. Ich muss noch einige Höhenmeter Bergauf, dann geht's bergab, allerdings mit der gleichen Geschwindigkeit wie Bergauf. Die ganze Fuhre scheppert fürchterlich und ich mache mir ein wenig Sorgen um Packtaschen und Rad. Alles hält. Gegen Mittag komme ich in Lanquin an. Ich kann mein Zelt direkt am Fluss aufbauen, auf dem Gelände einer Lodge. Den Rest des Tages chille ich in den Hängematten. Für Morgen habe ich eine Tour nach Semuc Champey gebucht, dem Natur-Ereignis.

 

Auf der Ladefläche eines Pickups fahren wir eine halbe Stunde auf übelster Waldpiste zum Naturpark. Es wird viel für die Tourteilnehmer geboten. Man springt von einer Schaukel mit locker zehn Meter langen Seilen mit Schwung in den Fluss, springt von einem Wasserfall, robbt mit Kerzen in den Händen durch eine Höhle, besteigt einen Mirador (einen Aussichtspunkt) hundert Meter über dem Fluss, rutscht im Fluss selbst von einem Bassin in das nächste, lässt sich auf aufgeblasenen LKW-Reifen über den Fluss treiben. 

 

Heute gibt's nochmal einen Ruhetag. Materialpflege und Routenüberlegungen. Nach der anstrengenden Etappe nach Lanquin entscheide ich einen Bustransfer nach Antigua zu buchen.


23.04.-25.04. Bergetappe

Die Fahrt raus aus Flores ist eher unspektakulär. Die ersten fünfzig Kilometer sind wellig und gerade, kultiviertes Land allerorten, hin und wieder Wald, Urwald. Die Bauern roden ihr Land. Das Land wird für das Vieh benötigt, obwohl mir gar nicht so klar ist was die Rinder hier fressen, es sieht alles so karg und verdörrt aus. Wie die Rinder. Riesige Laster mit Rindern überholen mich immer wieder oder kommen mir entgegen. In Poptun fahre ich zu einer Finca mit Zeltplatz. schönes Anwesen, könnte man noch ein paar Tage aushalten, aber ich will weiter.


Nach Poptun wird die Strecke richtig schön, üppige Urwaldvegetation und Karstkegel säumen die Straße. Und heiss ist es, ich lege viele Zwischenstopps bei den ständig auftauchenden Mini-Supermarktbuden ein. Nachdem ich von meiner geplanten Route am nächsten Tag erzähle raten mir die Leute ab, "muy mal calle". Aber eine andere Strecke würde mindestens 3 Tage Umweg heissen. Ich fahre weiter, bis Las Conchas, und stelle mein Zelt bei einer Ökofarm auf.


Nach den Warnungen bezüglich der Strecke fahre ich schon um 6:00 los. Bis zur Stadt Fray läuft's ganz gut. Ab jetzt geht's Bergauf, aber noch auf Asphalt, immer noch OK. Ich frag mich wann die schlechte Strasse anfängt. 25km später finde ich die Antwort. Die Strasse die mich erwartet ist mehr eine Schotterpiste aus grossen Steinbrocken und Lehm. Und diese Piste führt jetzt steil Bergauf. Ab jetzt wird geschoben. Mittlerweile steht die Sonne im Zenit und es gibt kaum Schatten. Die nächsten Stunden konzentriere ich mich auf den besten Weg zwischen den Steinen hindurch. Mit meinem Tagesziel, Lanquin, wird's heute nicht's mehr. Bei Einbruch der Dunkelheit erreiche ich ein Bergdorf und frage eine Familie ob ich mein Zelt bei Ihnen aufbauen könnte, kann ich. Uff, für heute reicht's.


20.04.-22.04. Flores und Tikal

Nachdem ich die Grenze zu Mexiko per Flugzeug und zu Belize per Boot überquert habe kommt heute der erste "normale" übertritt per Fahrrad. Läuft alles glatt. Erstmal die Ausreisegebühr für die Belizer bezahlen und weiter zur Guatemalischen Seite. Als ich am richtigen Schalter stehe bekomm ich von einen etwas desinteressiertem Beamten meinen Stempel und Fahre weiter über den Grenzfluss. Flores ist mein Ziel. Entlang der Strecke gibt es immer wieder Militärkontrollstellen an denen ich aber mit einem freundlichen "Hola" vorbeirolle. Später erfahre ich das es auf dieser Strecke öfter zu überfällen auf Busse und Reisende kam. Ich komme zwischenfallfrei nach Flores und finde meinen Zeltplatz für die nächsten Tage auf dem Gelände einer Lodge mit phantastischem Blick auf die Inselstadt Flores. Da ich nicht mit den Rad nach Tikal fahre habe ich für den nächsten Tag einen Transfer zu den Ruinen gebucht.

 

Um 5:00 ist schon Abfahrt aus Flores, d.h. bei mir geht's schon los wenn's noch dunkel ist. Mit einer Lancha, so heissen die länglichen Boote hier überall, komme ich bei Mondschein auf der Inselstadt an und warte auf den Minibus. Noch ein paar andere Mitfahrer einsammeln und wir zockeln eine Stunde bis Tikal.Die Schwüle drückt, die Sonne brennt, die Affen brüllen - Willkommen im Regenwald. Tikal ist schon faszinierend. In der Blüte, vor über 1000 Jahren, lebten hier so 150.000 Menschen. Entsprechend weitläufig ist auch die gesamte Anlage. Zurück in Flores wartet ein leckeres Abendessen in meiner Lodge.

 

Für heute steht nichts auf dem Programm. Durch Flores und angrenzendes Santa Ana geschlendert, Einkäufe, Internet, Käffchen, Hängematte. Ziemlich schwülheiss hier, morgen soll's früh losgehen, um die etwas milderen Temperaturen in den morgenstunden zu nutzen.

Caye Caulker und Belize

15.04.-20.04. Caye Caulker Island und der Weg nach Guatemala

Morgens mein Gerümpel zusammengepackt (2,5kg weniger machen sich platztechnisch ganz gut), kleines Dankeschöngeschenk an meinen Fahrradparkplatzbesitzer überreicht und zum Busterminal geradelt. Gepäck und Rad verstaut und 4 Stunden später in Chetumal wieder entladen. Zum Hafen und dort einen Platz auf der Fähre gebucht. War mehr so ein Schnellboot und hat ganz schön Geschwindigkeit gemacht. Fahrrad konnte man per Aufpreis mitnehmen. Nach ca. 2 Stunden und Immigration in ein neues Land auf Caulker Island angelandet. Ein Hostel gesucht und mein Zelt dort im Garten aufgeschlagen.

 

Am nächsten Morgen einen Orientierungsgang/-fahrt über die Insel gemacht. Alles sehr entspannt hier, Karibikfeeling, no shirts - no shoes - no problem, go slow... und nen Schnorcheltrip für morgen gebucht.

 

Den Tag mit nem Sprung ins Meer begonnen und zum Treffpunkt für den Schnorcheltrip gelaufen. Unterwasser gibt's viel zu sehen, um die Inseln ist das zweit grösste Korallenriff der Welt mit allerlei Wassertieren. Haie (die ungefährlichen), Rochen, Schildkröten, Karibikfischchen, Korallen... Abends noch auf ein Sonnenuntergangsbierchen und den besten Grillfisch bisher bekommen.

 

Heute geht's schon wieder weiter auf Festland. Von Belize City weiter geradelt und kurz vor dem Belize Zoo bei einem schönen Campingplatz gestoppt. 

 

Weiter, bis kurz vor die Grenze nach Guatemala. Und mein Zelt auf dem Gelände einer Ökolodge aufgeschlagen.

Yukatan

11.04.-15.04. Tulum

Gepackt und weiter die MEX bis Tulum. Auf dem Weg einen Zwischenstopp beim Cenote Cristalino gemacht. In Tulum mein Hostel gesucht. Leider war kein Platz für mein Rad, zum Glück war ein Nachbar so nett es in seiner Einfahrt unterzubringen. 

 

Die Mayatempel von Chichen Itza standen heute auf dem Programm. Von Tulum gibt's ne Busverbindung, also nix wie los. Gegen 12:00 angekommen und die Ruinen erkundet. Viel Kommerz und Souvenirbuden, aber schon sehr sehenswert. Zur Abkühlung beim Cenote Ik-Kil vorbeigeschaut. Seitdem Redbull vor einigen Jahren seinen Cliff-Jumping-Contest da ausgetragen hat ist der Cenote so ziemlich der berühmteste und immer wieder auf Bildern zu sehen, ist ja auch spektakulär. Kurz bevor die Bustouristen am Cenote ankamen wieder zurück zu den Tempeln, den Nachmittag dort ausklingen lassen und den Bus zurück nach Tulum genommen.

 

Noch mehr Mayaruinen, diesmal direkt in Tulum. Das besondere ist hier die Lage direkt am Meer, was natürlich super Fotomotive liefert.

 

Zum Glück hab ich heute noch nen Abstecher zum Gran Cenote mit dem Rad gemacht. Für mich ein Highlight. Kristallklares Wasser, Tropfsteingrotte, Fledermäuse, Wasserschildkröten... fantastischer Fleck. Zurück in die Stadt und ein Päckchen mit überflüssiger Ausrüstung nach D geschickt. Nicht ganz billig, aber dafür 2,5kg weniger in den Taschen. Da die kommende Radletappe meist weiter den Highway entlang geht und das Landschaftlich nicht so dolle ist, werd ich morgen den Bus nach Chetumal nehmen und per Boot weiter nach Caye Caulker Island, Belize.


07.04.-11.04. Von Cancun nach Paamul

Die ersten Tage zurück in der "normalen" welt genossen. Am ersten Abend hat der italienische Hostelbesitzer für alle Pasta gekocht. Ich hätt mich reinsetzen können! Nach vier Wochen Reis, weiß man Nudeln wieder richtig zu schätzen :-)


Am nächsten Tag erst mal ausgeschlafen und gefrühstückt. Dann mit meinem Zimmergenossen zur Isla Mujeres und zu einer Schnorcheltour überreden lassen. Nachmittags wieder ins Hostel und das free WiFi genutzt.


Orgsnisationstag. Ausrüstung pflegen/ergänzen, Einkäufe erledigen Route überlegen, ausspannen.


Aufbruch Richtung Süden. Immer der Mex 307 entlang. Lief super, Rückenwind, Standspur und wenig Verkehr. Schon gegen frühen Nachmittag am geplanten Zwischenstopp in Paamul angekommen und mein Zelt am Strand aufgeschlagen.

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Kuba und der Norden

04.04.-07.04. Adios Kuba, Hola Mexiko

Nachhmittags mit der Freundin von Camila getroffen die direkt in der Altstadt wohnt. Hier kann ich die nächsten Tage bleiben. Sie war ein bisschen nervös weil das eigentlich in Kuba verboten ist. D.h. nicht Kubaner privat bei sich übernachten zu lassen. Naja, ich sag's nicht weiter. Zusammen was zum Abendessen gekocht und den Tag beendet.

 

Kleines Frühstück in Vieja und Hostel in Cancun gebucht. Bissl durch die Altstadt und das Museo de Revolution angeschaut. Hm, nicht so interessant für nicht Kubaner. Viele Geschichtstafeln und Chroniken, alte Schuhe, Mäntel, Kugeln, Taschen von berühmten Revolutionsführern.

 

Heute mal die Umgebung von Havanna erkundet. Zum Hafen und mit der Fähre nach Casa Blanca zur Jesus Statue, mit Aussicht auf Havanna. Danach noch per Fähre auf die andere Seite, nach Regla und dort umhergestreift. Gemeinsames Abendessen und schon ein bisschen für morgen gepackt.

 

Kurzer Aschied und los zum Flughafen. Dort angekommen (inkl. Radkarton) und routiniert alles für den Transport im Flugzeug vorbereitet, eingecheckt und rüber nach Cancun geflogen. Einreisestempel und Ausrüstung abgeholt Zusammengebaut (Radkarton hat jetzt ausgediehnt :-) und per Bus ins Stadtzentrum, weiter bis zum Hostel. Nach fast vier Wochen Kuba freu ich mich richtig auf Mexiko, gutes Essen, Hostels, Supermärkte, free WiFi... ist doch schön wieder die gewohnten Kleingkeiten (die dann doch nicht so klein sind) zu haben.

 

02.04.-04.04. Zurück nach Havanna

Gepackt und nach einen kleinen Frühstück beim Aussichtspunkt weiter Richtung San Diego de los Banos gefahren. Auf dem Weg mit Camila telefoniert, kann bei ihr morgen übernachten, perfecto. Kurz hinter San Diego einem Platz zu Zelten gefunden. Heute Die ersten 1000 km auf dem Tacho gehabt. Zeit für ein kurzes Zwischenfazit. Bisher lief's eigentlich ganz gut, keine grösseren Pannen gehabt. Ein Taschenmesser, Ersatzhandy und ne Unterbuxe verloren. Die Kralle von der Ortliebtasche, die abgebrochen ist, war schon die größte Herausforderung. Ansonsten läuft's Radl super.

 

Nacht war ganz OK, gepackt und weiter zurück nach Havanna. Zieht sich ganz schön die Strecke. Gegen späten Nachmittag bei Camila angekommen, abgeladen und abends noch auf einen Geburtstagumtrunk bei Freunden vorbeigeschaut

 

30.04.-02.04. Vinales

6:00 ging's per Pferd zu einem Aussichtspunkt um, mit einigen anderen Touristen, den Sonnenaufgang über dem Tal, mit einer Tasse selbstangebauten Kaffee, genossen. Dann durch's Vinalestal zurück zur Finca geritten. Kann mich nicht erinnern schonmal auf nem Pferd gesessen zu haben. Kurzes schläfchen um dann im Fahrradsattel Stadt und Umland erkundet. Sonnenuntergang mit einem Gläschen Rum auf der Fincaterrasse, so hab ich mir das vorgestellt:-)

 

Heute mal Ausgeschlafen und mit dem Rad zu einen Aussichtspunkt gefahren. Käffchen, Früchte und die schönste Aussicht aufs Tal. Mittags kleine Wanderung zur "Cueva del Palmarito". Unterwegs Luis getroffen der mich unbedingt hinbringen wollte. Ok, hätte den Weg auch so gefunden, aber so macht Luis, der schon seit 65 Jahren hier lebt, auch noch ein Geschäft. Nette Höhle mit Naturpool und danach noch Zigarrenprobe bei einem Tabakbauern. Zurück zur Finca und Strecke für morgen überlegt.

 

27.03.-30.03. Nach Vinales

Nach Abschied von Valentin und Ablieferung des Radkartons bei Camila, erstmal aus Havanna heraus und bis kurz hinter Soroa geradelt. Schöne und günstige Casa gefunden. Hier bleib ich zwei Nächte.

 

Entspanntes Frühstück auf der Terrasse und Wanderung zu zwei Aussichtspunkten. Zum Abendessen wieder zurück in die Casa und kurzer Schnack mit den anderen Gästen.

 

Alles Gepackt und Richtung "Bahia Honda" gefahren. Hinter der Stadt an die Küste geradelt um einen Zeltplatz zu suchen. Auf dem Weg mit einer Frau gesprochen, die mich einlud auf ihrer Terrasse zu Campen. Wieso nicht. War ein ziemlich verwahrlostes Grundstück mit einer Hütte in ebensolchem Zustand. Die üblichen Tiere, die hier viele haben, Hühner, Hunde, Pferde, Schweine liefen umher. Sahen nicht gerade alle Gesund aus. Eine Unmenge dieser kleinen Mitdges-Mücken flogen herum und freuten sich über meinen Besuch. Für eine Nacht geht das schon. 30 CUP (1,50€) inkl. Abendessen waren abgemacht. 

 

Am nächsten Morgen wollte ich schnell bezahlen und aufbrechen. Auf einmal wollte Dame des Hauses dann 30 CUC (30€)! Pfff, 3 CUC auf den Tisch gelegt und schimpfend von Dannen gezogen. Nichts wie weg! Nach Vinales. Nach und nach wurden Felsformationen von Vinales immer deutlicher und meine Stimmung besser. Zum dortigen Campismo gefahren, aber die hatten anscheinend nichts mehr frei. Auf dem Weg nach draußen mit dem Wärter unterhalten und den Tipp bekommen noch etwas die Straße herunterzufahren. Dort gibt es eine Finca bei der man Zelten könne. Best Tipp ever! Mitten im Tal, nette Leute, einfach aber doch gepflegtes Anwesen. Was ein Kontrast zu gestern! Zelt aufgebaut, Abendessen, Rum auf der Terrasse und einen Sonnenaufgangspferderitt für morgen abgemacht.

 

24.03.-27.03. Havanna und die Stones

Morgens in Havannas Busbahnhof eingerollt und gleich mal eine Casa Particular im Stadtzentrum gesucht. Viel los wegen dem Konzert, aber noch ein Zimmer bekommen. Alle Traveller drehen schon am Rad deswegen. In Havanna selbst kriegt man davon nicht viel mit, keine Plakate oder sonstige Hinweise auf die Rolling Stones, selbst viele Kubaner tangiert die Sache nicht besonders. Nachmittags mal wieder eine Internetkarte kaufen wollen, nirgends wars schwieriger als hier in Havanna. Die Verkaufsstelle liegt gut versteckt und ich hab noch nie, mit Abstand noch nie, jemand langsamer und unmotivierter Arbeiten sehen als die gute Frau hinter der Scheibe. Ahhh, ich will doch nur so ne Karte. Nach einer gefühlten Ewigkeit reicht sie mir dann die Karte. Zurück am Hotspot wollte ich mich einloggen, geht nicht. Noch'n Versuch, geht nicht. Mist. Zum Glück lungern hier überall Leute herum die daraus ein Geschäft gemacht haben die Karten zum normalen Preis, für 2 CUC, zu kaufen und dann den Touris für 3 CUC anzudrehen. Aber nochmal stell ich mich nicht in die Schlange. Dann halt ne Karte mit "Servicegebühr", die geht dann auch. 

 

Morgens ein bisschen Havanna erkundet, gegen Mittag mit Valentin getroffen und zusammen per Taxi zum "Ciudad desportiva", Rolling Stones gratis! Es waren schon einige Leute vor Ort. Allerdings gab's zwei Bereiche, einen direkt vor der Bühne, nur mit Einladung zu betreten und einen so 30 m dahinter, durch einen Zaun getrennt, für alle anderen. Wir wollen in die erste Reihe! Also haben wir uns in den abgesperrten Bereich gemogelt, Platz gesichert und auf den Auftritt gewartet. Supergut, full "Satisfaction" kann man sagen.

 

Ausrüstung checken und Route für morgen überlegen. Mittags in die Innenstadt und Camila, eine Bekannte einer Freundin, angerufen und uns zum Abendessen verabredet. Danach noch durch die Altstadt gebummelt und die Oldtimer bestaunt die sich in Havanna doch konzentrierter und rausgeputzter zeigen als sonst. Abends dann mit Valentin, Camila und Freund essen gegangen.

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Kuba und der Sueden

23.04Zurück nach Holguin

Glück gehabt, die Sonne lugt schon wieder zwischen den Wolken hervor. Also, Frühstück und ab nach Holguin. Im Vergleich zu gestern eine super entspannte Strecke und schon am frühen Nachmittag angekommen. Erstmal ein Busticket für heute Nacht nach Havanna kaufen. Alles ausgebucht, es gibt aber eine Warteliste, ich komm später wieder. Zu meiner ersten Casa gefahren, Rad (und mich) gewaschen, Radkarton abgeholt und etwas entspannt. Abends nochmal zum Busterminal. Einen Platz um 21:00 bekommen. Beim Warten einen Bekannten aus Baracoa getroffen. Er fährt im selben Bus. Beschlossen zusammen eine Casa in Havanna zu nehmen. Abfahrt pünktlich um 21:00.

21.04. - 23.04. Landschaftskontrast, Regentag und Steigungen

Heute geht's nach Moa. Die Stadt ist so ziemlich das Gegenteil von Baracoa. Nickelmine, Schwertransporter, zerstörte Landschaft. Nur ein kurzer Einkaufsstop und gleich hinter Moa einen Campingspot gefunden. Endlich benutz ich mal mein Zelt.

 

Ha, war ja klar, zwei Wochen Sonnenschein, dann Zeltet man einmal und es Regnet die ganze Nacht. Immerhin weiß ich jetzt das das Zelt dicht ist. Morgens gab's eine kurze Regenpause, gerade genug Zeit um zusammenzupacken. Das war's dann aber auch, den ganzen Tag Regen, zweimal leicht verfahren und dazu noch ein ständiges Auf und Ab. Wenn, dann ganz dicke, puh! Abends, richtig ausgepowert, Mayari erreicht und eine Casa gefunden. Abendessen, Sachen aufhängen und ab ins Bett. Hoffentlich hört der Regen morgen auf.

19.04. - 21.04. Baracoa

Auf zum Viazul Busbahnhof, Rad und Gepäck verstaut und ab nach Baracoa. Gegen Mittag angekommen. Die Casabesitzer reissen sich um einen, zum Glück schon von Santiago eine Bleibe organisiert. Baracoa ist ein kleines Städchen, am Rande des Nationalparks "Alexander von Humboldt", in dem sich die Touristen tummeln. Aber ganz nette Atmosphäre und nen vielfältiges Nachtleben für so'n Örtchen. Dazu kommt noch die spektakuläre Umgebung.

 

Nach dem Frühstück Wanderung zum "Yunque de Baracoa". Auf den Rückweg den Backpacker aus La Mula getroffen. Heute wird Geburtstag auf seiner Dachterrasse gefeiert, schau ich doch mal vorbei.

16.04. - 19.04. Immer die Küste entlang

Hinter Pilon geht's ab jetzt immer an der Küste entlang. Super schöne Strecke, dafür ein ganz schönes Auf und Ab. Die Straße war zum Schluss nur noch ein provisorischer Schotterweg. Soweit ich verstanden haben gab's hier vor einigen Jahren einen Hurricane der die Straße weggespült hat. Auf halber Strecke zwei Spanier getroffen mit denen ich bis zum nächsten Halt, La Mula, weitergefahren bin. Zelten durfte man nicht, es gab relativ heruntergekommene Hütten zu mieten, aber dafür direkt am Strand. Zusammen Abend gegessen. Fisch, Bananen, Reis und Salat, diesmal ein bisschen besser als bisher :-). Ein Backpacker, der für einige Tage in La Mula ist, hat mir von dem Gratiskonzert der Rolling Stones in Havanna erzählt. Muss ich mal schauen wie ich das einplanen kann, Havanna ist immerhin am ganz anderen Ende von Kuba. Andererseits, wann kommen die Rolling Stones und ich zusammen wieder nach Kuba.

 

Bis Santiago de Cuba sind's heute so Ca. 120km, dafür dann aber zwei Nächte in Santiago. Die Strecke führt sehr schön weiter an der Küste entlang. Nach 20 km auch wieder echten Asphalt unter den Rädern gehabt, jetzt läuft's...! bis zur nächsten Steigung, die dann auch nicht die letzte bleibt. Ziemlich abgestrampelt, gegen späten Nachmittag, Santiago erreicht und eine Casa gefunden. Erst mal ein kühles Radler und ne Dusche, danach geht's schon besser.

 

Ausgeschlafen und ein ausgedehntes Frühstück in der Casa gehabt. Danach eine Internetkarte in der Stadt besorgt. Das mit dem Internet ist auf Kuba auch noch ein relativ neues Angebot, so'n gutes halbes Jahr, hab ich mir sagen lassen. In den grösseren Städten gibt's jetzt, meistens am zentralen Stadplatz, ein WiFi Signal. Um sich da einzuloggen muss man sich ne Internetkarte bei der Telefongesellschaft von Kuba besorgen. Ewiges warten vor den Schaltern ist angesagt, wie bei vielen Dingen auf Kuba. Kostet auf jeden Fall 2 CUC pro Stunde. Die Verbindung klappt, mit etwas Glück, ganz gut. Für morgen habe ich Entschieden mit dem Bus die Strecke bis Baracoa zu überbrücken. Flux (für Kubanische Verhältnisse) ein Ticket reserviert und noch die Stadt erkundet.

14.04. - 16.04. An die Küste

Über Manzanillo geht's bis Pilon. Die Sonne brutzelt immer noch. Ich hab mir was langärmliges angezogen, mit dem Fahrtwind geht das ganz gut. An Zuckerrohrfeldern vorbei ist dieser Abschnitt teilweise ziemlich eintönig. Dafür das erste mal am Meer gewesen. In beiden Casas gab's ein Abendessen, bisher ist mir kulinarisch noch nichts besonders leckeres präsentiert worden. Der Reis mit Bohnen ist ganz gut, ansonsten sind die Gerichte ähnlich, Tomaten, frittierte Bananen und Hühnchen/Fisch/Schwein. Nicht besonders Gewürzt und oft ziemlich zäh, hoffe da kommt noch was mit etwas mehr Raffinesse.

13.04. - 14.04. Abfahrt

Nach kurzem Abschied geht's endlich los. Alles auf dem Rad verstaut, raus aus Holguin und immer geradeaus. Die Strecke bis Bayamo ist einfach zu fahren. Es gibt wenig Verkehr, keine besonderen Steigungen und die Straße ist auch in Ordnung. Die Sonne brutzelt ganz schön heute und nur Sonnencrem mit Faktor 20 dabei. Kurz vor Bayamo, ziemlich schlapp, nochmal einen Trinkstopp am Strassenrand eingelegt und mit zwei Jungs unterhalten die gerade vorbeikamen. Haben mir ein Stückchen frisches Zuckerrohr spendiert, damit schaff ich die letzten Kilometer bis Bayamo noch. In der Casa eingecheckt und durch die Stadt geschlendert.

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Die ersten Tage

Nach kurzem stoppover in München und Vorabend Check-In, geht's morgen's am Abflugtag relativ entspannt zum Flughafen. Nur noch die Sicherheitskontrollen und schon sitz ich im Flieger und bekomme mein erstes Getränk gebracht. Erstmal Cola, den Rum gibt's dann später, wenn ich wieder festen Boden unter den Füßen habe. Nach Ca. 10 Stunden komme ich in Holguin an. Einreisestempel abholen, danach Gepäck und Rad. Überraschenderweise wartet schon jemand von meiner Casa Particular, die ich von Deutschland aus per Mail kontaktiert hatte, am Ausgang auf mich. Eigentlich wäre ich gerne mit dem Rad gefahren, aber so ist es auch gut. Rad auf's Dach gebunden und auf zur Casa. Ganz nette Leute, wie eigentlich bei den meisten Casa Particulares. Die ersten Tage kleinere Ausflüge unternommen, Holguin angeschaut und Vorbereitungen für die nächsten Tage getroffen. Viele Radfahrer gibt´s auf Kuba und natuerlich viele alte amerikanische Cadillacs, Pontiacs, Dodges...

Ready for take off...

Sodele, Vorbereitungen im Eiltempo beinahe abgeschlossen, hier im Schnelldurchlauf:

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Heute noch letzte Dinge erledigen und morgen ab nach München. Donnerstag dann Abflug.

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1. Eintrag

So, nach kurzem rumprobieren klappt das mit dem Blog schon ganz gut. Hier werden dann wohl, mehr oder weniger regelmäßig, die neusten Ereignisse gepostet.